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Beben-Schock im Südwesten Japans

Schon wieder bebt Japan – ausgerechnet jene Region, die vor zehn Jahren verwüstet wurde. Was bisher bekannt ist.

28.07.2026, 09:55 Uhr

Ein Erdbeben der Stärke 7,1 hat den Südwesten Japans erschüttert und in der Präfektur Kumamoto auf der Hauptinsel Kyushu erhebliche Schäden verursacht. Nach Angaben von NHK und Kyodo wurden mindestens 50 Menschen verletzt. Inzwischen wurde zudem mindestens ein Todesopfer bestätigt: Ein Mensch starb laut Kyodo beim Einsturz eines Hauses in Kumamoto.

Kurz nach der ersten Erschütterung kam es auf Kyushu zu starken Nachbeben. Eine zunächst ausgegebene Tsunami-Warnung vor bis zu einem Meter hohen Wellen wurde später wieder aufgehoben. Bis in den späten Abend registrierten die Behörden weitere Erschütterungen. Die nationale Wetterbehörde warnte auch für die kommenden Tage vor möglichen weiteren starken Beben.

Häuser, Straßen und Einkaufszentrum schwer beschädigt

Straßen und Gebäude wurden teils schwer beschädigt. Nach vorläufigen Angaben der Präfekturpolizei stürzten rund ein Dutzend Häuser ein. In einem großen Einkaufszentrum kam es laut NHK und Kyodo nach dem Beben zu einer Explosion. Luftaufnahmen zeigten massive Schäden an dem Gebäude.

Die Lage dort blieb am späten Abend unübersichtlich: Nach Informationen von Kyodo und NHK bestand weiter kein Kontakt zu 20 bis 30 Mitarbeitern. Polizei und Feuerwehr prüften deshalb mit Hochdruck, ob noch Menschen in dem Gebäude eingeschlossen sind. Die Explosion ereignete sich laut Kyodo aus zunächst unbekannter Ursache, nachdem Mitarbeiter und Kunden bereits aus dem Einkaufszentrum in der Stadt Kashima evakuiert worden waren.

Verkehr beeinträchtigt, Stromausfälle und Brände

Auch der Verkehr wurde erheblich beeinträchtigt: Nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo entgleiste ein Güterzug in der Region. Zudem wurden die Start- und Landebahnen am Flughafen Aso Kumamoto bis auf Weiteres gesperrt. Der Betrieb von Hochgeschwindigkeitszügen und lokalen Bahnverbindungen wurde ebenfalls unterbrochen.

Bei der Feuerwehr gingen unentwegt Notrufe ein. Medienberichten zufolge wurden zudem vereinzelte Brände gemeldet, denen Einsatzkräfte nachgingen. In rund 48.000 Haushalten in Kumamoto fiel der Strom aus. Die Regierung entsandte außerdem Soldaten, um die Rettungskräfte in der Region zu verstärken.

Verletzte auch in Pflegeheim

Unter den Verletzten befinden sich nach NHK-Angaben auch etwa zehn Bewohner eines Pflegeheims. Demnach stürzten dort auch Menschen, die im Rollstuhl saßen. Schwerverletzte habe es in der Einrichtung aber nicht gegeben. Ein Mitarbeiter schilderte dem Sender, das Gebäude habe plötzlich heftig vor und zurück geschwankt; selbst das Festhalten an einem Schreibtisch habe kaum Stabilität gegeben.

Keine Schäden an Atomanlagen

Das Epizentrum lag in der Region Kumamoto in etwa zehn Kilometern Tiefe. Auch andere Gebiete wurden erschüttert. An Atomkraftwerken wurden nach Angaben japanischer Medien unter Berufung auf die Betreiber keine Unregelmäßigkeiten festgestellt. Auf Kyushu wurden mehrere Autobahnabschnitte gesperrt, vor allem in der Präfektur Kumamoto.

Extreme Sommerhitze erschwert die Lage

Das Beben traf die Region während extremer schwüler Sommerhitze. Das Umweltministerium in Tokio rief Evakuierte dazu auf, kühle Orte aufzusuchen, ausreichend Flüssigkeit und Salz zu sich zu nehmen und sich vor Hitzeschlag zu schützen. Japans Regierungschefin Sanae Takaichi wies die zuständigen Ministerien an, umgehend die nötigen Notfallmaßnahmen vor Ort einzuleiten.

Kumamoto war bereits vor rund zehn Jahren von einem schweren Erdbeben der Stärke 7,3 betroffen. Damals kamen Dutzende Menschen direkt ums Leben, Zehntausende mussten zeitweise in Notunterkünften untergebracht werden. Zahlreiche Gebäude wurden stark beschädigt, darunter auch die berühmte Burg von Kumamoto. Nach dem aktuellen Beben wurde laut Kyodo nun erneut ein Teil der Steinmauer der Burg beschädigt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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