Bayern

Neues Klima-Dashboard online – das kann die Startversion

Bayerns Klimabericht verschwand – jetzt ist der Nachfolger online. Doch beim Blick auf die Daten drängt sich eine heikle Frage auf.

28.07.2026, 14:55 Uhr

Bayern schaltet Klima-Dashboard frei – viele Daten aber noch nicht tagesaktuell

Fast genau ein Jahr nach dem jüngsten bayerischen Klimabericht stellt der Freistaat nun ein Online-Dashboard bereit, das zentrale Klimainformationen für Bayern bündeln soll. Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) sagte nach einer Kabinettssitzung am Starnberger See, Bürgerinnen und Bürger könnten auf der Seite des Landesamts für Umwelt aktuelle Angaben zu Wetter und Klima im Freistaat direkt abrufen.

Bislang erst eine wirklich aktuelle Information

Auf der Website https://klimadashboard.bayern.de/ ist unter anderem zu sehen, dass die an der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus auf der Zugspitze gemessene CO2-Konzentration seit Januar 2002 in sehr gleichmäßigen Schwankungen um mehr als 88 Prozent gestiegen ist.

Darüber hinaus sind die von Glauber seit Monaten angekündigten tagesaktuellen Werte bislang jedoch kaum vorhanden. Der Temperaturtrend zeigt zwar klar nach oben, die neuesten verfügbaren Daten stammen aber aus dem Jahr 2025. Das gilt ebenso für die Angaben zu den durch Klimaschutzprogramme eingesparten Treibhausgasen. Glauber betonte dennoch, das neue Portal mache das Thema Klimaschutz für die Bevölkerung sichtbarer.

„Echtzeit“ kann auch den Veröffentlichungszeitpunkt meinen

Ein Sprecher des Ministeriums erklärte auf Nachfrage, die Datenbank befinde sich noch im Aufbau, derzeit sei zunächst eine Startversion online. Zudem stellte er klar, dass sich der Begriff „Echtzeit“ nicht zwingend auf die unmittelbare Erhebung beziehe, sondern auch auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung. Daten, die nur zu bestimmten Stichtagen erhoben würden, würden nach ihrer Erfassung direkt im Dashboard eingestellt.

Letzter Klimabericht erschien 2025

Im Jahr 2025 hatte die Staatsregierung zuletzt einen Klimabericht veröffentlicht. Die Pflicht dazu war im Zuge des vorangetriebenen Bürokratieabbaus abgeschafft worden. Zur Begründung hieß es damals, die Erstellung des Berichts binde in hohem Maß Arbeitskraft.

Daten sollen automatisch ins Dashboard fließen

Nach Angaben Glaubers entsteht durch das neue Online-Angebot kein zusätzlicher Arbeitsaufwand. In Bayern würden bereits große Mengen an Umweltdaten über das Landesamt für Umwelt erfasst. Die Weiterverarbeitung laufe automatisiert ab.

Kritik an der Abschaffung des Klimaberichts kam unter anderem von Umweltorganisationen sowie von SPD und Grünen im Landtag. Sie werfen der Staatsregierung vor, damit die notwendige Transparenz beim Klimawandel zu verringern. In der Vergangenheit hatte der Klimabericht wiederholt Defizite beim Klimaschutz aufgezeigt, etwa weil die angestrebte Senkung der Treibhausgasemissionen nicht schnell genug vorankam.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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