Bayern

Neues Klima-Dashboard online – das kann die Startversion

Bayerns Klimabericht verschwand – jetzt ist der Nachfolger online. Doch beim Blick auf die Daten drängt sich eine heikle Frage auf.

28.07.2026, 14:55 Uhr

Bayern startet Klima-Dashboard – viele Angaben noch nicht tagesaktuell

Fast genau ein Jahr nach dem letzten bayerischen Klimabericht stellt der Freistaat nun ein Online-Dashboard bereit, das wichtige Informationen zum Klima in Bayern bündeln soll. Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) sagte nach einer Kabinettssitzung am Starnberger See, Bürgerinnen und Bürger könnten über die Seite des Landesamts für Umwelt Klimadaten direkt abrufen.

Bisher ist nur eine Angabe wirklich aktuell

Auf der Website https://klimadashboard.bayern.de/ lässt sich unter anderem ablesen, dass die an der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus auf der Zugspitze gemessene CO2-Konzentration seit Juli 2002 in gleichmäßigen Schwankungen um mehr als 15 Prozent gestiegen ist.

Darüber hinaus sind die seit Monaten angekündigten tagesaktuellen Werte bislang jedoch rar. Zwar zeigt der Temperaturtrend deutlich nach oben, die neuesten abrufbaren Daten stammen aber aus dem Jahr 2025. Das gilt auch für die Angaben zu den durch Klimaschutzprogramme eingesparten Treibhausgasen. Glauber betonte dennoch, dass das Thema Klimaschutz durch das neue Portal für die Bevölkerung sichtbarer werde.

„Echtzeit“ bezieht sich auch auf die Veröffentlichung

Ein Sprecher des Ministeriums erklärte auf Nachfrage, die Datenbank befinde sich noch im Aufbau, online sei derzeit zunächst eine Startversion. Zudem bedeute „Echtzeit“ nicht zwingend, dass Daten unmittelbar gemessen würden. Gemeint sei auch, dass Werte nach ihrer Erhebung ohne Verzögerung veröffentlicht werden. Wo Daten nur zu festen Stichtagen erfasst würden, seien sie anschließend direkt im Dashboard verfügbar.

Letzter Klimabericht kam 2025

Die Staatsregierung hatte 2025 zuletzt einen Klimabericht veröffentlicht. Die Pflicht dazu war im Zuge des vorangetriebenen Bürokratieabbaus gestrichen worden. Zur Begründung hieß es damals, die Erstellung des Berichts binde in hohem Maße Arbeitskraft.

Daten sollen automatisch ins Portal einfließen

Nach Angaben Glaubers verursacht das neue Online-Angebot keine zusätzliche Arbeit. In Bayern würden bereits sehr viele Umweltdaten über das Landesamt für Umwelt erhoben. Die Weiterverarbeitung laufe automatisiert ab.

Kritik an der Abschaffung des Klimaberichts kam von Umweltorganisationen sowie von SPD und Grünen im Landtag. Sie werfen der Staatsregierung vor, damit die nötige Transparenz beim Klimawandel zu verringern. In früheren Jahren hatte der Klimabericht wiederholt Probleme beim Klimaschutz offengelegt, etwa weil die angestrebte Senkung der Treibhausgasemissionen nicht schnell genug vorankam.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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