Die bayerische Staatsregierung möchte mit zusätzlichen Fördermitteln mehr Medizinerinnen und Mediziner dazu bewegen, sich in ländlichen Regionen niederzulassen. Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) plant eine Ausweitung der Landarztprämie, um die ärztliche Versorgung außerhalb der Städte langfristig zu stärken.
In besonders strukturschwachen Gebieten mit drohendem oder bereits vorhandenem Ärztemangel sollen bei einer Praxisgründung künftig Förderungen von insgesamt bis zu 150.000 Euro möglich sein. Die bisherige Landarztprämie des Freistaats liegt bei maximal 60.000 Euro.
Förderung soll sich stärker am tatsächlichen Bedarf orientieren
Die Landarztprämie wird bislang gezahlt, wenn Ärztinnen oder Ärzte eine eigene Praxis in einer Gemeinde mit weniger als 20.000 Einwohnern eröffnen. Seit dem Start des Programms im Jahr 2012 wurden auf diesem Weg mehr als 1.500 Medizinerinnen und Mediziner unterstützt. Das gesamte Fördervolumen belief sich dabei auf rund 63 Millionen Euro.
Zusätzlich zur Förderung des Landes gibt es eine Unterstützung der Kassenärztlichen Vereinigung von bis zu 90.000 Euro. Künftig sollen beide Zuschüsse in Regionen mit besonders hoher Unterversorgung vollständig nebeneinander gewährt werden können. Bislang wurde eine bereits erhaltene Förderung auf die andere angerechnet.
Dadurch kann die Niederlassung in besonders betroffenen Gebieten künftig mit bis zu 150.000 Euro gefördert werden. Außerdem sollen Antragstellerinnen und Antragsteller bei der Eröffnung weiterer Standorte mehrfach finanzielle Unterstützung erhalten können.
Neue Mobilitäts- und Teamprämien geplant
Neben der erweiterten Niederlassungsförderung sind weitere Zuschüsse vorgesehen. Geplant ist eine Mobilitätsprämie in Höhe von einmalig 10.000 Euro. Dieses Geld soll in die Ausstattung nichtärztlicher Fachkräfte fließen, etwa in Fahrzeuge oder medizinische Tele-Rucksäcke.
Hinzu kommen soll eine Team-Up-Prämie von 2.000 Euro, die für Fort- und Weiterbildungen von Medizinischen Fachangestellten genutzt werden kann.
Weitere Maßnahmen gegen Ärztemangel
Darüber hinaus setzt das Ministerium auf zusätzliche Instrumente, um die Versorgung auf dem Land zu verbessern. Dazu gehören Stipendienprogramme für Medizinstudierende, die Landarztquote sowie eine bevorzugte Bearbeitung von Anerkennungsverfahren ausländischer Abschlüsse. Voraussetzung dabei ist, dass sich die Ärztinnen und Ärzte für eine bestimmte Zeit in unterversorgten Regionen niederlassen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion