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25 Jahre nach «Erika»: Jetzt wird das Wrack geflickt

Öl an Frankreichs Stränden, tote Vögel: 26 Jahre nach der «Erika»-Katastrophe greift die Marine ein – was steckt dahinter?

25.06.2026, 01:00 Uhr

Mehr als 26 Jahre nach dem Untergang des Tankers „Erika“ und der schweren Ölpest vor der französischen Atlantikküste hat die Marine zwei beschädigte Stellen am Wrack versiegelt. Nach Angaben der maritimen Präfektur in Brest soll so verhindert werden, dass im Schiff verbliebenes Schweröl weiter ins Meer gelangt. Im Januar waren an Stränden der Region erneut Vögel mit Ölspuren entdeckt worden. Fachleute vermuten, dass die Verschmutzung aus dem Wrack der „Erika“ stammt.

Die „Erika“ war im Dezember 1999 während eines Sturms im Golf von Biscaya auseinandergebrochen. Damals liefen mehr als 20.000 Tonnen Schweröl aus und verseuchten rund 400 Kilometer der französischen Küste. Schätzungsweise bis zu 150.000 Vögel starben infolge der Katastrophe. Zwar wurde nach dem Unglück der Großteil der Ladung abgepumpt, doch in schwer erreichbaren Bereichen der beiden Wrackteile blieben Ölrückstände zurück. Die Wrackstücke liegen in Tiefen von etwa 90 beziehungsweise 130 Metern auf dem Meeresboden.

Unterwasserroboter kommt am Wrack zum Einsatz

Wie die Präfektur mitteilte, wurden beide Wrackteile mithilfe eines ferngesteuerten Unterwasserroboters überprüft. Dabei entdeckte Schäden wurden anschließend mit speziellen Abdichtungen gesichert. Die Arbeiten galten wegen starker Strömungen und schlechter Sicht unter Wasser als besonders kompliziert.

Ende Januar hatte der französische Vogelschutzbund LPO Alarm ausgelöst. Grund waren erneut ölverschmutzte Seevögel an der Küste — Jahrzehnte nach dem Unglück der „Erika“ und eines weiteren Tankers. Nach Einschätzung der Organisation ist dies ein Zeichen dafür, dass die Umweltbelastung weiter anhält und die Artenvielfalt gefährdet.

Jahre nach Havarie der Erika - Marine dichet Risse im Wrack
Die Ölpest nach dem Untergang der «Erika» kostete Zehntausende Vögel das Leben (Archivbild). Quelle: Marcel Mochet/AFP/epa/dpa

Die maritime Präfektur verwies darauf, dass das betroffene Gebiet bereits seit dem Sommer 2000 dauerhaft überwacht wird. Dafür würden Schiffe, Flugzeuge und Satelliten eingesetzt. Auch wenn zunächst kein akuter Austritt festgestellt worden sei, habe man sich dennoch zu dem nun erfolgten Einsatz am Wrack entschlossen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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