Wirtschaft

Rheinmetall: Wachstums-Schock?

Panzer, Drohnen, Schiffe: Rheinmetall mischt überall mit – und der Rüstungsriese wächst weiter. Was steckt dahinter?

07.05.2026, 09:24 Uhr

Vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine und der politischen Spannungen mit den USA setzt Rheinmetall seinen Wachstumskurs fort. Die Dynamik flacht im Vergleich zum Vorjahr allerdings ab. Im ersten Quartal stieg der Umsatz um acht Prozent auf 1,9 Milliarden Euro, das operative Ergebnis legte um 17 Prozent auf 224 Millionen Euro zu. Damit wächst der Konzern weiter auf hohem Niveau, bleibt aber klar hinter dem außergewöhnlich starken Auftaktquartal 2025 zurück, als Umsatz und Ergebnis noch um jeweils rund 50 Prozent zugelegt hatten.

Konzernchef Armin Papperger bewertete die Entwicklung dennoch positiv. Trotz des bereits sehr starken Vorjahresquartals habe Rheinmetall weiter zugelegt. Für das zweite Quartal 2026 rechnet das Management mit mehr Dynamik bei Umsatz und Auftragseingang, vor allem durch größere Bestellungen im Marine- und Fahrzeuggeschäft.

In der zweiten Jahreshälfte soll das Geschäft noch deutlich stärker anziehen. Dann will Rheinmetall nach eigenen Angaben rund 64 Prozent des Jahresumsatzes erzielen. Papperger sagte in einer Telefonkonferenz mit Analysten, das Unternehmen wachse weiterhin stark.

Schiffbau gewinnt an Bedeutung

Seit Kurzem ist Rheinmetall auch im Schiffbau stärker vertreten. Dazu trägt die übernommene Marinesparte der Bremer Werftengruppe Lürssen bei, deren Zahlen seit März in die Konzernbilanz einfließen. Allein in diesem Monat erzielte der neue Marinebereich einen Umsatz von 77 Millionen Euro.

Dabei soll es offenbar nicht bleiben: Rheinmetall hat ein unverbindliches Angebot zur Übernahme der Kieler Werft German Naval Yards abgegeben. Das Unternehmen mit rund 400 Beschäftigten gehört bisher zur französischen Werftengruppe CMN Naval. Rheinmetall will damit seine Werftkapazitäten ausbauen. Zunächst steht nun eine Due-Diligence-Prüfung an, anschließend könnte ein verbindliches Angebot folgen.

Auch der Konkurrent TKMS interessiert sich für German Naval Yards und hat ebenfalls bereits ein Angebot vorgelegt. TKMS und die Kieler Werft nutzen bislang Teile derselben Werftfläche.

Jahresprognose bleibt bestehen

An den Zielen für das Gesamtjahr hält Rheinmetall fest. Der Umsatz soll 2026 insgesamt um etwa die Hälfte steigen, zugleich will der Konzern profitabler werden.

Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in Düsseldorf. Das größte Werk liegt im niedersächsischen Unterlüß, wo mehr als 4000 Menschen beschäftigt sind.

Rheinmetall produziert unter anderem Panzer, Munition, Militär-Lkw, Flugabwehrsysteme, digitale Schutzausrüstung für Infanterieeinheiten, Drohnen und inzwischen auch Schiffe. Das Unternehmen sieht sich damit als Komplettanbieter für alle Teilstreitkräfte. In Neuss soll noch in diesem Jahr zudem die Fertigung von Satelliten anlaufen. Deren Aufklärungsdaten sollen an die Bundeswehr und weitere Nato-Staaten verkauft werden.

Der Konzern beschäftigt rund 34.000 Menschen. Nicht enthalten sind dabei Mitarbeitende aus dem zivilen Geschäft mit Autoteilen, da dieser Bereich verkauft werden soll. Auch in den veröffentlichten Umsatzzahlen ist die Kfz-Sparte nicht mehr berücksichtigt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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