Wirtschaft

Postbank-Einigung: Streiks plötzlich vom Tisch

Postbank-Kunden atmen auf: Der drohende Streik ist in letzter Sekunde vom Tisch – dank eines überraschenden Kompromisses.

02.07.2026, 11:18 Uhr

Tarifstreit bei der Postbank beigelegt

Ein neuer Tarifabschluss hat einen drohenden Arbeitskampf bei der Postbank kurz vor Schluss verhindert. Die Gewerkschaft Verdi beendet nach eigenen Angaben die bereits laufende Urabstimmung über mögliche Streiks bei dem zur Deutschen Bank gehörenden Institut.

Der Tarifvertrag gilt nach Angaben beider Seiten für 28 Monate und betrifft rund 9.000 Beschäftigte. Die Gehälter steigen in zwei Schritten: Zunächst erhalten alle Mitarbeitenden pauschal 175 Euro mehr im Monat. Davon profitieren vor allem niedrigere Entgeltgruppen. Im Durchschnitt entspricht das laut Verdi einem Plus von 4,5 Prozent.

Ab Juli 2027 ist dann eine weitere Gehaltserhöhung um 2,9 Prozent vorgesehen. Für Auszubildende steigen die Vergütungen insgesamt um 150 Euro. Zudem wurde die Vereinbarung zur Übernahme nach der Ausbildung bis 2028 verlängert. Nach Angaben von Verdi bleibt außerdem das Vertriebsnetz mit mindestens 300 Filialen und 13 digitalen Beratungszentren bis März 2028 erhalten.

Hintergrund: Warnstreiks und gescheiterte Verhandlungsrunden

Verdi hatte unter Hinweis auf die Milliardengewinne der Deutschen Bank ursprünglich für eine Laufzeit von zwölf Monaten acht Prozent mehr Lohn gefordert, mindestens jedoch 300 Euro monatlich. Für Auszubildende verlangte die Gewerkschaft ein Plus von 200 Euro.

Nach drei ergebnislosen Verhandlungsrunden und Warnstreiks hatte Verdi die Gespräche zunächst für gescheitert erklärt und eine Urabstimmung gestartet. Diese sollte eigentlich am Freitag, dem 3. Juli, enden. Durch die Einigung in der vierten Runde ist das nun hinfällig. Stattdessen sollen die Beschäftigten bis zum 24. Juli über das Tarifergebnis abstimmen, erklärte Verdi-Verhandlungsführer Jan Duscheck.

Die Deutsche Bank sprach von einem „Abschluss mit Augenmaß“. Dieser gebe den Beschäftigten Sicherheit und ermögliche dem Unternehmen zugleich den notwendigen Spielraum für den Umbau im Privatkundengeschäft. Auswirkungen auf den Finanzausblick sehe die Bank nicht. An den Tarifverhandlungen waren neben Verdi auch die Gewerkschaften Komba und DPVKOM beteiligt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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