Wirtschaft

Playmobil rutscht tiefer ab

Playmobil in der Krise: Explodierende Kosten und schwache Märkte setzen der Kultmarke heftig zu – wie tief geht es noch?

13.05.2026, 16:45 Uhr

Playmobil-Mutter verzeichnet erneut Umsatzrückgang und bleibt in den roten Zahlen

Die Horst-Brandstätter-Group aus Zirndorf bei Nürnberg, bekannt als Hersteller der Playmobil-Figuren, hat im Geschäftsjahr 2024/2025 erneut deutlich weniger umgesetzt und weiter Verluste geschrieben. Nach Unternehmensangaben sanken die Erlöse auf 409 Millionen Euro.

Im Jahr zuvor hatte der Konzern für 2023/24 noch einen Umsatz von 490 Millionen Euro genannt. Nun sprach ein Sprecher für das abgelaufene Geschäftsjahr von einem Nettoumsatz in Höhe von 449 Millionen Euro. Zum Vergleich: Im Geschäftsjahr 2020/21 hatte der Umsatz noch bei etwa 760 Millionen Euro gelegen.

Ergebnis weiterhin negativ

Laut Unternehmen fiel der Rückgang inzwischen geringer aus als in den Jahren zuvor. Gleichzeitig habe die strategische Neuausrichtung umfangreiche strukturelle Veränderungen und hohe Investitionen erfordert. Deshalb sei in Kauf genommen worden, dass das Ergebnis vorerst negativ bleibe. Konkrete Angaben zur Höhe des Verlusts machte die Gruppe nicht.

Im Zuge des Umbaus hatte Brandstätter bereits rund 700 Stellen im In- und Ausland gestrichen. Auf mittlere und längere Sicht setzt das Unternehmen darauf, wieder profitabel zu wachsen.

Neue Zielgruppen im Blick

Im laufenden Geschäftsjahr will Playmobil zusätzliche Käufergruppen ansprechen. Als positives Beispiel nennt das Unternehmen die Figuren der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, die im Rahmen einer Lizenzkooperation mit dem Deutschen Fußball-Bund entstanden sind. Im September sollen außerdem Figuren zu allen Vereinen der Fußball-Bundesliga auf den Markt kommen.

Playmobil war 1974 unter dem inzwischen verstorbenen Unternehmer Horst Brandstätter eingeführt worden und entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einer weltweit erfolgreichen Marke.

Neue Produkte stoßen auf Interesse

Playmobil-Vorstand Bahri Kurter erklärte, die intensive Entwicklungsarbeit der vergangenen Jahre zeige zunehmend Wirkung. Neue Produkte und Kooperationen stießen im Handel und bei den Kunden auf großes Interesse und stärkten die Sichtbarkeit der Marke.

Zugleich steht ein weiterer Einschnitt bevor: Im Juni endet die Produktion von Playmobil-Figuren in Deutschland. Im Werk in Dietenhofen sollen künftig nur noch Pflanzgefäße der Marke Lechuza gefertigt werden. Bis zu 350 Beschäftigte verlieren dadurch ihren Arbeitsplatz. Die Herstellung der Figuren wird in andere Länder verlagert, unter anderem nach Malta und Tschechien.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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