Irankrieg belastet Europas Wirtschaft und drückt auf den Gewerbeimmobilienmarkt
Die wirtschaftlichen Folgen des Kriegs mit dem Iran treffen in Europa inzwischen auch den ohnehin seit Jahren angeschlagenen Markt für Gewerbeimmobilien. Nach Angaben von Kay Wolf, Vorstandschef der Deutschen Pfandbriefbank (pbb), agierten viele Investoren in den vergangenen Monaten bereits deutlich vorsichtiger. Dadurch sei nicht ausgeschlossen, dass einzelne Projekte nun verschoben oder ganz gestoppt würden. Die pbb habe schon vor zwei Jahren lediglich mit einer langsamen Erholung der Immobilienmärkte gerechnet. Aus heutiger Sicht habe sich dieser Ausblick jedoch nicht verbessert.
US-Expansion wirkt weiter nach
Die in Garching bei München ansässige Deutsche Pfandbriefbank konzentriert sich auf die Finanzierung von Gewerbeimmobilien. In den vergangenen Jahren litt das Institut stark unter einem misslungenen Vorstoß auf den US-Markt. Der Einstieg erfolgte kurz vor Ausbruch der Corona-Pandemie, wodurch die Bank direkt in die Krise des amerikanischen Gewerbeimmobiliensektors geriet. Inzwischen hat sie den Rückzug aus den USA eingeleitet, muss aber weiterhin die finanziellen Folgen dieser Expansion tragen.
Mehr Neugeschäft trotz Gewinneinbruch
Im ersten Quartal fiel der Gewinn der Bank auf 5 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch 24 Millionen Euro erzielt worden waren. Positiv entwickelte sich dagegen das Neugeschäft, das um fast 20 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro zunahm. Wolf betonte, dass das neue Geschäft nicht nur wachse, sondern auch profitabel sei. Für das Gesamtjahr rechnet die Pfandbriefbank mit einem Vorsteuergewinn zwischen 30 und 40 Millionen Euro. Im ersten Quartal lag das Ergebnis vor Steuern allerdings erst bei 6 Millionen Euro.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion