Wirtschaft

Palantir überrascht mit über 90 Prozent mehr Umsatz

Palantir erobert jetzt auch US-Firmen mit KI – und Chef Karp schießt scharf gegen die ganz großen Anbieter.

04.08.2026, 02:15 Uhr

Palantir steigert Umsatz deutlich und übertrifft Prognosen

Das Datenanalyse-Unternehmen Palantir, das vor allem durch seine Arbeit mit US-Sicherheitsbehörden bekannt ist, hat im vergangenen Quartal ein außergewöhnlich starkes Wachstum verzeichnet. Der Umsatz legte im Vergleich zum Vorjahr um 93 Prozent zu und erreichte knapp 1,94 Milliarden US-Dollar. Damit lag das Unternehmen klar über den Erwartungen der Analysten, die im Schnitt mit rund 1,8 Milliarden Dollar gerechnet hatten. Gegenüber dem Vorquartal wuchs der Erlös zudem um etwa 20 Prozent.

Palantir konzentriert sich auf die Auswertung großer Datenbestände und bietet unter anderem Software an, mit der Informationen aus Geheimdienst- und Militäreinsätzen analysiert werden können.

Karp grenzt Palantir von führenden KI-Anbietern ab

Chef Alex Karp nutzt die gute Geschäftslage, um Palantir als Alternative beziehungsweise Ergänzung zu großen KI-Entwicklern wie OpenAI und Anthropic darzustellen. Nach seiner Darstellung hilft Palantir Unternehmen dabei, moderne KI-Modelle einzusetzen, ohne die Kontrolle über die eigenen Daten aus der Hand zu geben. Gleichzeitig sollen Kunden dadurch flexibel bleiben und bei Bedarf leichter zwischen verschiedenen KI-Anbietern wechseln können.

Die großen KI-Unternehmen betonen zwar immer wieder, dass Kundendaten nicht zum Training ihrer Modelle verwendet würden. Karp äußerte in einer Analystenkonferenz dennoch Kritik und sagte, Firmen bezahlten letztlich dafür, dass ihr Wissen in KI-Systeme einfließe, mit denen später konkurrierende Angebote entstehen könnten.

An der Börse kam die Entwicklung gut an: Die Palantir-Aktie gewann im nachbörslichen Handel rund 14 Prozent. Zudem erhöhte das Unternehmen seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr und legte auch für das laufende Quartal einen Ausblick vor, der über den Markterwartungen lag.

Wachstum vor allem durch das US-Geschäft

Der wichtigste Wachstumstreiber war erneut der Heimatmarkt USA. Dort kletterten die Erlöse im jüngsten Quartal auf 1,57 Milliarden US-Dollar und lagen damit mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahreszeitraum.

Besonders stark entwickelte sich das Geschäft mit staatlichen Stellen: Die Umsätze in diesem Bereich stiegen um 90 Prozent auf 809 Millionen Dollar. Zu den Nutzern der Palantir-Software zählen unter anderem das US-Heimatschutzministerium und das Pentagon. Medienberichten zufolge kommt die Technologie auch im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg zum Einsatz.

Noch dynamischer verlief das Geschäft mit US-Unternehmen. Hier schnellten die Erlöse um 149 Prozent auf 764 Millionen Dollar nach oben.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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