Wirtschaft

Mit diesem Trick lockt die Türkei Firmen an

Erdogan umwirbt Rückkehrer und Investoren – und kündigt einen Plan an, den er selbst als «radikalen Schritt» bezeichnet.

27.04.2026, 13:32 Uhr

Die türkische Regierung will mit einem weitreichenden Paket an Steuererleichterungen Investoren sowie Rückkehrer aus dem Ausland anziehen. Präsident Recep Tayyip Erdogan kündigte an, dass Personen, die in den vergangenen drei Jahren steuerlich nicht in der Türkei ansässig waren, nach ihrer Rückkehr für 20 Jahre keine Steuern auf im Ausland erzielte Einkünfte zahlen sollen.

Bei einem Kongress unter dem Motto „Die Türkei – ein starker Standort für Investitionen“ warb Erdogan für das Land als verlässlichen Wirtschaftsstandort in einer vom Krieg geprägten Region. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu sagte er zudem, die Türkei sei inzwischen nicht mehr nur ein Bindeglied zwischen Ost und West, sondern ein zentraler Knotenpunkt für Energie- und Handelsrouten.

Steuererleichterungen für Rückkehrer, Ausländer und Exporteure

Geplant ist außerdem, Vermögen türkischer Bürger und Unternehmen aus dem Ausland zurück in die Türkei zu holen. Geld, Gold und Wertpapiere, die im Ausland gehalten werden, sollen innerhalb eines festgelegten Zeitraums zu einem niedrigen Steuersatz ins Land transferiert werden können.

Für produzierende Exportunternehmen stellte Erdogan eine deutliche Senkung der Körperschaftsteuer in Aussicht: Der Satz soll von derzeit 25 Prozent auf 9 Prozent fallen.

Nach seinen Worten habe die Regierung bereits in den vergangenen Jahren zahlreiche Reformen zur Förderung von Investitionen umgesetzt. Nun stehe ein „noch radikalerer Schritt“ bevor. Auch für Unternehmen im Istanbuler Finanzzentrum sind Sonderregeln vorgesehen: Dort soll künftig keine Körperschaftsteuer mehr anfallen.

Fokus auf Start-ups und Risikokapital

Die Türkei soll sich nach dem Willen der Regierung auch zu einem regionalen Zentrum für Start-ups und Wagniskapital entwickeln. Dazu soll die Infrastruktur für Gründer gezielt ausgebaut werden, unter anderem mit dem Projekt Terminal Istanbul.

Dabei handelt es sich um ein Technologie- und Gründerzentrum auf dem Gelände des früheren Atatürk-Flughafens. Dort sollen staatliche Stellen, Hochschulen und Unternehmen enger zusammenarbeiten.

Das komplette Gesetzespaket werde dem Parlament in Kürze vorgelegt, sagte Erdogan. Einen genauen Termin nannte er jedoch nicht.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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