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Mega-Deal: Bundeswehr greift bei Rheinmetall zu

Der Krieg wird digital – und jetzt rüstet die Bundeswehr ihre Infanterie spürbar auf. Neue Technik soll Soldaten enger denn je mit anderen Truppenteilen vernetzen – mit Folgen, die weit über ein normales Upgrade hinausgehen.

27.04.2026, 11:30 Uhr

Die Bundeswehr hat beim Rüstungskonzern Rheinmetall einen weiteren Großauftrag platziert. Nach umfangreichen Bestellungen für Panzer, Munition und Satelliten geht es diesmal um Ausrüstung für Infanteristen. Wie das Unternehmen in Düsseldorf mitteilte, vergab das Bundesamt für Ausrüstung einen Auftrag im Wert von 1,04 Milliarden Euro für das Soldatensystem „Infanterist der Zukunft – Erweitertes System“.

Bestellt wurden unter anderem Schutzwesten, Uniformen, Nachtsichttechnik für Helm oder Waffe sowie Tablets, mit denen Soldatinnen und Soldaten Informationen über vermutete feindliche Stellungen erhalten können. Hinzu kommt Software, die es der Führung ermöglicht, die Positionen eigener Kräfte und gegnerische Bewegungen in Echtzeit zu verfolgen. Nicht Bestandteil des Auftrags sind die Waffen selbst; diese werden separat beschafft, etwa von Herstellern wie Heckler & Koch.

Auslieferung ab Ende 2027

Die Systeme sind für 8.600 Soldaten vorgesehen. Die Lieferung soll laut Rheinmetall zwischen November 2027 und Dezember 2029 erfolgen. Der Auftrag ist Teil eines bereits bestehenden Rahmenvertrags mit einem Gesamtvolumen von 3,1 Milliarden Euro, der nun teilweise genutzt wird. Weitere Bestellungen gelten als wahrscheinlich.

In modernen Konflikten gewinnt die digitale Vernetzung einzelner Soldaten zunehmend an Bedeutung. Ziel ist es, dass Infanteriekräfte eng mit Satelliten, Drohnen, Panzern und Artillerie zusammenwirken und mithilfe digitaler Technik schneller auf gegnerische Bewegungen reagieren können.

International vermarktet Rheinmetall das System unter dem Namen Gladius 2.0. Die nun bestellte Variante wurde speziell an die Anforderungen der Bundeswehr angepasst. Vor dem Hintergrund der Bedrohung durch Russland verzeichnet Rheinmetall seit geraumer Zeit eine Rekordnachfrage – mit dem neuen Auftrag kommt nun ein weiterer Milliardenabschluss hinzu.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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