Die Bundesregierung geht davon aus, dass Russland hinter der aktuellen Ausspähkampagne gegen Politiker, Militärangehörige und Journalistinnen und Journalisten steht. Nach Informationen aus Regierungskreisen soll die Phishing-Attacke über den Messenger-Dienst Signal mutmaßlich von Russland aus gesteuert worden sein.
Eine offizielle Zuschreibung an Moskau hat die Bundesregierung bislang jedoch nicht vorgenommen. Ein möglicher Grund dafür könnte sein, dass dabei auch Erkenntnisse befreundeter Nachrichtendienste betroffen sind. Die Niederlande, in denen ähnliche Angriffe registriert wurden, hatten Russland bereits verantwortlich gemacht. Auch das FBI sieht nach eigenen Einschätzungen Verbindungen der Angreifer zu russischen Geheimdiensten. Die Bundesanwaltschaft, die wegen des Verdachts auf Spionage in Deutschland ermittelt, äußerte sich zu einem möglichen Auftraggeber bislang nicht.
Sicherheitsbehörden warnten bereits zweimal deutlich
Schon im Februar hatten das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erstmals öffentlich vor den fortlaufenden Cyberangriffen gewarnt. Später legten die Behörden mit einem weiteren Sicherheitshinweis nach, der auch konkrete Empfehlungen zum Schutz enthielt.
Darin wurde die Kampagne als wahrscheinlich von einem staatlich gesteuerten Cyberakteur eingestuft. Mehrere Politikerinnen und Politiker wurden von den Sicherheitsbehörden zudem direkt kontaktiert, um sie zu warnen und sie dabei zu unterstützen zu prüfen, ob ihre Accounts bereits kompromittiert wurden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion