Wirtschaft

KI-Wettrüsten: Warum Tech-Riesen Milliarden verbrennen

KI als Jahrhundertchance: Amazon, Google & Co. pumpen Milliarden in Rechenzentren – doch platzt am Ende die Blase?

30.04.2026, 04:55 Uhr

Tech-Konzerne treiben KI-Ausgaben auf Rekordniveau

Amazon, Google, Microsoft und Meta wollen ihre Investitionen im laufenden Jahr im Zuge des verschärften KI-Wettbewerbs massiv ausweiten. Zusammen könnten die Ausgaben der vier US-Konzerne auf bis zu 725 Milliarden Dollar steigen, umgerechnet rund 620 Milliarden Euro. Ein großer Teil davon soll in den Aufbau von Infrastruktur wie Rechenzentren fließen. Meta und Google hoben ihre Prognosen zuletzt noch einmal an.

In Gesprächen mit Analysten machten die Vorstandschefs deutlich, dass sie in Künstlicher Intelligenz enormes Potenzial für den Umbau ihrer Geschäftsmodelle sehen. Entsprechend groß ist die Angst, zu wenig zu investieren und dadurch gegenüber der Konkurrenz ins Hintertreffen zu geraten. Meta-Chef Mark Zuckerberg betonte, es sei ihm lieber, zusätzliche Kapazitäten bei Rechenzentren vorzuhalten, als am Ende zu knapp zu planen. Gleichzeitig wächst seit Monaten die Skepsis, ob sich die gewaltigen Summen überhaupt wieder einspielen lassen oder ob der Boom irgendwann in einer Blase endet.

Amazon setzt auf eine historische Chance

Vorerst halten die Konzerne jedoch an ihrem Expansionskurs fest. Amazon-Chef Andy Jassy sprach von einer Gelegenheit, die sich nur einmal im Leben biete. KI werde nach seiner Einschätzung nahezu jede bekannte Software grundlegend verändern und zugleich völlig neue Anwendungen hervorbringen.

Bereits vor drei Monaten hatte Amazon die Märkte mit einer Investitionsplanung von etwa 200 Milliarden Dollar überrascht. Das Geld ist unter anderem für KI, Halbleiter, Robotik und Satelliten vorgesehen. Einen neuen Stand dazu gebe es nicht, sagte Jassy nun. Die bisherige Planung bleibe im Wesentlichen bestehen.

Meta erhöht Zielspanne deutlich

Meta geht noch einen Schritt weiter und stockt seine geplanten Kapitalausgaben um weitere zehn Milliarden Dollar auf. Für das laufende Jahr rechnet der Facebook-Konzern nun mit Investitionen zwischen 125 und 145 Milliarden Dollar. Zuvor lag die Spanne bei 115 bis 135 Milliarden Dollar. Schon 2025 hatte Meta vor allem für den Ausbau von KI-Rechenzentren mehr als 72 Milliarden Dollar ausgegeben.

Anleger reagieren unterschiedlich

An der Börse kam die neue Meta-Prognose nicht gut an. Im nachbörslichen Handel verlor die Aktie zeitweise mehr als sechs Prozent. Bei der Google-Mutter Alphabet fiel die Reaktion dagegen positiv aus: Das Papier legte um rund sieben Prozent zu.

Auch Alphabet hob seine Investitionspläne an, und zwar um fünf Milliarden auf nun 180 bis 190 Milliarden Dollar. Für 2027 stellte der Konzern sogar nochmals deutlich höhere Ausgaben in Aussicht. Viele Investoren trauen Alphabet allerdings eher zu, die Milliarden bereits in messbares Geschäftswachstum umzusetzen. So kletterte der Umsatz der Google-Cloud im vergangenen Quartal um mehr als 63 Prozent auf 20 Milliarden Dollar. Konzernchef Sundar Pichai verwies zudem auf ein Rekordniveau bei Suchanfragen, zu dem auch neue KI-Funktionen beigetragen hätten.

Cloud-Geschäft profitiert besonders stark

Vor allem Cloud-Dienste gehören zu den klaren Gewinnern des KI-Booms. Amazons Cloudsparte AWS wuchs so stark wie seit 2022 nicht mehr und steigerte ihren Umsatz um 28 Prozent auf knapp 38 Milliarden Dollar. Microsoft erwartet im laufenden Quartal für seine Azure-Cloud ein Erlösplus von 40 Prozent.

Der Ausbau kostet allerdings Milliarden. Microsoft plant für dieses Jahr Kapitalausgaben von rund 190 Milliarden Dollar und liegt damit über den Erwartungen an der Wall Street.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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