Wirtschaft

KI-Jobboom? Regierung und BA sehen Chancen

Macht KI uns arbeitslos? Ausgerechnet Regierung und Arbeitsagentur sagen jetzt: Es könnte genau anders kommen.

03.11.2026, 14:39 Uhr

Regierung und BA werben für einen offensiven Umgang mit KI

Angesichts von Sorgen über mögliche Jobverluste durch Künstliche Intelligenz setzen Bundesregierung und Bundesagentur für Arbeit auf Zuversicht. Beim Digitalgipfel der Bundesregierung kündigte Bundesarbeitsminister Alexander Schweitzer (SPD) für Anfang 2027 ein neues Online-Weiterbildungsangebot an. Damit sollen Beschäftigte und andere Interessierte grundlegende Kenntnisse im Umgang mit KI erwerben können.

Nach Angaben des Ministeriums verbessert ein sicherer und kompetenter Umgang mit der Technologie häufig die Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Arbeitsmarktforscher erwartet keinen Rückgang der Beschäftigung

Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der BA sieht durch KI insgesamt keinen sinkenden Bedarf an Arbeitskräften. Aus seiner Sicht sorgt die Technologie vielmehr für zusätzliche Investitionen, neue Geschäftsmodelle sowie steigende Produktivität und Einkommen. Dadurch entstünden auch neue Arbeitsplätze.

Als Hinweis auf diesen Wandel verwies Weber darauf, dass die Zahl hochqualifizierter Beschäftigter seit 2022 stark gewachsen sei. Gefragt seien heute vor allem Fähigkeiten wie Abstraktionsvermögen, Lernbereitschaft, Selbstorganisation und inhaltliche Flexibilität. Daraus könnten attraktive neue Berufsbilder entstehen.

Schweitzer: Chancen überwiegen die Ängste

Schweitzer räumte ein, dass es rund um KI auch Unsicherheit und Befürchtungen gebe. Diese dürften jedoch nicht den Blick auf die Entwicklung bestimmen. Die Möglichkeiten, die in der Technologie lägen, seien deutlich größer als die Risiken. Zugleich kritisierte er, dass Politik und Wirtschaft in Deutschland häufig zu pessimistisch auf das Thema blickten.

Warnung vor vorschnellen Berufswahlen aus Angst vor KI

Weber mahnte zudem, junge Menschen sollten ihre Berufswahl nicht aus Angst vor Künstlicher Intelligenz treffen. Wer ins Berufsleben starte, solle sich an den eigenen Interessen und Stärken orientieren, statt bestimmte Branchen vorsorglich zu meiden oder nur deshalb etwa das Handwerk zu wählen.

Wenn jemand sich für einen handwerklichen Beruf begeistere, sei das der richtige Weg. Die Entscheidung solle aber nicht aus Sorge vor KI fallen, sondern aus echtem Interesse. Gerade in Berufen, die besonders stark vom technologischen Wandel betroffen seien, könne man aktiv Zukunft mitgestalten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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