Wirtschaft

Jetzt wird’s ernst: Varta-Batterien starten solo

Neustart nach der Abspaltung: Varta setzt auf stabiles Batterien-Geschäft – und plant überraschende Investitionen in Dischingen.

08.10.2026, 13:56 Uhr

Haushaltsbatterie-Sparte von Varta wird wieder eigenständig

Das Geschäft mit Haushaltsbatterien der insolventen Varta-Gruppe soll künftig wieder als eigenes Unternehmen auftreten. Wie das Unternehmen mitteilte, hat das Bundeswirtschaftsministerium die Ausgliederung des wirtschaftlich erfolgreichen Consumer-Bereichs aus dem Verbund der Varta AG genehmigt. Alle rund 990 Stellen sollen erhalten bleiben; ein Stellenabbau ist im Zuge der Trennung nicht geplant.

Wichtigster Produktionsstandort ist Dischingen in Baden-Württemberg, wo die Fertigung im Dreischichtbetrieb läuft. Zum Sortiment gehören neben klassischen Haushaltsbatterien auch Knopfzellen, Akkus, Hörgerätebatterien, Powerbanks, Ladegeräte, Leuchten und weiteres Ladezubehör.

Mark Munz, Geschäftsführer der neuen Varta Consumer Batteries GmbH & Co. KGaA, erklärte, der Bereich sei wirtschaftlich solide aufgestellt und bei Kunden sowie Partnern gut etabliert. Vorbehaltlich der weiteren Marktentwicklung sei die Fortführung als eigenständiges Unternehmen ein konsequenter Schritt. Das schaffe Verlässlichkeit für die Beschäftigten und bringe zugleich Vorteile für den Standort Deutschland und die Region.

Gläubiger befürworten die Abspaltung

Nach Angaben des Unternehmens sind Investitionen am Standort Dischingen geplant. Eine genaue Summe wurde allerdings nicht genannt. Bereits im Vorfeld hatten die wichtigsten Geldgeber der früheren Varta AG Gruppe die Überführung des Haushaltsbatterie-Geschäfts in eine eigenständige Holdingstruktur unterstützt. Zu dieser sogenannten Ad-hoc-Gläubigergruppe zählen die Deutsche Bank sowie die Finanzinvestoren RBC BlueBay, Blantyre und Whitebox.

Das neue Unternehmen sieht trotz weltweit weitgehend erschlossener Batteriemärkte weiteres Wachstumspotenzial. Bis zunächst 2029 werde mit einem durchschnittlichen jährlichen Umsatzplus von drei bis vier Prozent gerechnet. Ein Schwerpunkt der Expansionsstrategie liegt auf Europa. Zusätzliche Chancen sieht das Unternehmen außerdem in Südamerika, Asien und Kanada. In Südostasien und Südamerika seien bereits erste Geschäftsbeziehungen aufgebaut worden.

Die Varta AG Gruppe mit Sitz im baden-württembergischen Ellwangen hatte Mitte Juli nach eigenen Angaben für die Konzernmutter Varta AG sowie drei weitere Gesellschaften ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Der Bereich Haushaltsbatterien war davon jedoch nicht betroffen. Zunächst liefen für die vier betroffenen Einheiten klassische vorläufige Insolvenzverfahren.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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