Preise für Alltagsprodukte in Deutschland bisher weitgehend stabil
Der Krieg mit dem Iran hat in Deutschland vor allem Energie und Kraftstoffe verteuert. Bei Lebensmitteln und anderen Waren des täglichen Bedarfs zeigen sich nach einer Analyse des Marktforschungsunternehmens NIQ bislang jedoch keine deutlichen Preissprünge. Das gilt demnach für klassische FMCG-Produkte wie Nahrungsmittel, Körperpflegeartikel und Kosmetik. Seit Beginn des Konflikts Ende Februar 2026 lag der durchschnittliche Preis pro Packung demnach weitgehend konstant zwischen 2,01 und 2,08 Euro.
NIQ-Experte David Georgi erklärte, der Markt für schnell drehende Konsumgüter sei bislang deutlich robuster als noch zu Beginn des Ukraine-Kriegs. Ein Grund sei, dass die deutsche Wirtschaft diesmal weniger unmittelbar von den betroffenen Energie- und Rohstofflieferungen abhänge. Mögliche Folgen träten daher eher indirekt und mit zeitlicher Verzögerung auf. Spürbare Auswirkungen auf Preise im Supermarkt oder in Drogerien seien bislang kaum erkennbar.
Dünger wird teurer
Die Inflationsrate in Deutschland stieg im April auf 2,9 Prozent und erreichte damit den höchsten Wert seit Januar 2024. Lebensmittel verteuerten sich nach Angaben des Statistischen Bundesamts im Vergleich zum Vorjahresmonat hingegen nur um 1,2 Prozent.
Ein Blick auf die Monate Februar bis April zeigt höchstens bei einzelnen Gemüsesorten stärkere Schwankungen. So wurden unter anderem Blumenkohl, Wirsing, andere Kohlsorten, Tomaten und Kartoffeln teurer. Dagegen sanken die Preise für Gurken sowie für Kürbisse, Auberginen und Mais.
Nach Einschätzung von Ursula Schockemöhle von der Agrarmarkt-Informations-Gesellschaft sind diese Veränderungen vor allem durch Ernteerträge und Wetterbedingungen bedingt, nicht durch den Krieg. Anders sieht es bei Dünger aus: Hier seien infolge des Konflikts bereits Preissteigerungen zu beobachten. Weil viele Hersteller allerdings Vorräte aufgebaut hätten, werde sich dieser Effekt wohl erst im kommenden Jahr vollständig bemerkbar machen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion