Wirtschaft

Deutsche Reallöhne steigen erneut

Mehr Geld im Portemonnaie: Deutschlands Löhne überholen die Preise. Doch neue Krisen könnten den Aufschwung abrupt stoppen.

28.05.2026, 08:42 Uhr

Reallöhne in Deutschland steigen zu Jahresbeginn weiter

In Deutschland sind die Löhne zum Start des Jahres erneut stärker gewachsen als die Verbraucherpreise. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, lagen die Reallöhne im ersten Quartal 2026 damit 1,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraums.

Grund dafür sind weiterhin kräftige Lohnzuwächse bei zugleich vergleichsweise moderater Inflation. Dadurch verbessert sich die Kaufkraft der Beschäftigten nun schon seit rund drei Jahren. Zuvor hatten die Folgen der hohen Teuerung nach dem Beginn des Ukraine-Kriegs die Einkommen belastet. Einen Rückgang der Reallöhne hatte es zuletzt im ersten Quartal 2023 gegeben.

Experten sehen mögliche Risiken

Der Entgeltfachmann Malte Lübker von der Hans-Böckler-Stiftung warnt allerdings, dass sich dieser Trend im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg wieder abschwächen oder sogar umkehren könnte. Aus seiner Sicht wäre das besonders problematisch, weil die Reallöhne in der ersten Hälfte der 2020er Jahre insgesamt kaum vorangekommen seien.

Für die ersten drei Monate des Jahres meldeten die Statistiker ein Nominallohnplus von 4,1 Prozent. Im selben Zeitraum erhöhten sich die Verbraucherpreise um 2,2 Prozent. Daraus ergibt sich der reale Zuwachs von 1,8 Prozent. Im Vergleich zum vorherigen Quartal fiel der Anstieg damit geringfügig schwächer aus, damals hatte er noch 1,9 Prozent betragen.

Große Unterschiede zwischen den Branchen

Besonders kräftige Lohnzuwächse gab es im Bergbau mit 6,9 Prozent, bei Finanz- und Versicherungsdienstleistungen mit 6,5 Prozent sowie in der Energieversorgung mit 5,9 Prozent. Weniger stark stiegen die Löhne dagegen am Bau mit 2,9 Prozent und im Öffentlichen Dienst, wo lediglich ein Plus von 0,1 Prozent verzeichnet wurde.

Mindestlohn treibt Einkommen im unteren Bereich

Ein wichtiger Faktor war zum Jahresanfang die Anhebung des gesetzlichen Stundenmindestlohns auf 13,90 Euro. Davon profitierten vor allem Beschäftigte mit niedrigen Einkommen. So legten die Nominallöhne im untersten Fünftel der Vollzeitbeschäftigten um 7,0 Prozent zu, während das oberste Fünftel auf 3,5 Prozent kam.

Auch Auszubildende verzeichneten mit 6,8 Prozent ein deutliches Plus. Ausschlaggebend war hier vor allem die Anhebung der Mindestausbildungsvergütung auf 724 Euro im Januar. Geringfügig Beschäftigte verdienten im Vergleich zum Vorjahr 4,4 Prozent mehr.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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