SK Hynix hat als weiteres Unternehmen aus der Halbleiterindustrie erstmals die Schwelle von einer Billion US-Dollar Börsenwert überschritten. Nach einem Kursanstieg von zeitweise 14,9 Prozent stieg die Marktkapitalisierung des südkoreanischen Speicherchip-Herstellers auf den Rekordwert von 1,68 Billionen Won, was rund 1,12 Billionen US-Dollar entspricht.
Damit reiht sich SK Hynix in die Spitzengruppe der Branche ein. Der heimische Konkurrent Samsung Electronics hatte die Billionenmarke bereits am 6. Mai erreicht. Auch der US-Konzern Micron Technology schaffte diesen Sprung zuletzt, nachdem die Aktie am Dienstag um 19 Prozent zulegte. Auslöser dort war unter anderem eine deutlich angehobene Kursprognose der Großbank UBS.
Warum Speicherhersteller so stark gefragt sind
Hinter den rasant steigenden Bewertungen steht vor allem der Boom rund um Künstliche Intelligenz. Für anspruchsvolle KI-Anwendungen und den Betrieb leistungsfähiger Beschleunigerchips – etwa aus dem Umfeld von Nvidia – werden hochmoderne Speicherbausteine in großen Mengen benötigt.
Der Ausbau neuer KI-Rechenzentren hat den globalen Speichermarkt stark angespannt. Die Folge ist eine spürbare Knappheit, die den Produzenten erhebliche Preissetzungsmacht verschafft. Gleichzeitig wirkt sich die enge Versorgungslage auch auf andere Branchen aus: Selbst für Smartphones, Notebooks und die Autoindustrie stehen teils weniger Chips zur Verfügung.
Speicherpreise ziehen massiv an
Für die Hersteller zahlt sich diese Entwicklung deutlich aus. Bereits im ersten Quartal haben sich die Preise für Speicherchips verdoppelt. Im laufenden Quartal rechnen Marktbeobachter mit einem weiteren Anstieg von bis zu 63 Prozent. Das dürfte den führenden Anbietern neue Rekordgewinne ermöglichen.
Analysten werten die Entwicklung nicht als kurzfristige Übertreibung, sondern als grundlegenden Wandel. Nach Einschätzung von UBS dürften die Aktien der Speicherunternehmen dauerhaft höher bewertet werden, weil KI die gesamte Branche strukturell verändert hat. Experten gehen zudem davon aus, dass die Nachfrage das Angebot noch bis 2028 übersteigen könnte – ein Szenario, das die Preise langfristig stützen würde.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion