Der wegen Betrugs verurteilte Immobilienunternehmer René Benko darf das Gefängnis verlassen und seine Strafe nun im Hausarrest mit elektronischer Fußfessel verbüßen.
Wie eine Sprecherin des Landesgerichts Innsbruck bestätigte, wurde ein entsprechender Antrag des Signa-Gründers bewilligt. Sein Anwalt hatte argumentiert, Benko könne sich nur außerhalb des Gefängnisses angemessen auf weitere Verfahren vorbereiten.
Der 49-Jährige war erst im September in einem teilweise neu aufgerollten Prozess zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Landesgericht Innsbruck sah es als erwiesen an, dass er seine Gläubiger betrügerisch geschädigt hat. Konkret ging es um einen Mietkostenvorschuss von 360.000 Euro für ein Anwesen in Innsbruck, obwohl die Lage seines Signa-Firmengeflechts laut Gericht bereits sehr kritisch war.
Benko war im Januar 2025 festgenommen worden. Im weitreichenden Signa-Komplex verdächtigt die österreichische Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) den einstigen Starinvestor unter anderem des Betrugs, der Untreue und des Bankrotts. Weitere Anklagen sind möglich.
Weitere Verhandlungstermine stehen bereits fest
Mit seinem verschachtelten Immobilien- und Handelskonzern Signa hatte Benko über rund zwei Jahrzehnte ein Milliardenvermögen aufgebaut. Steigende Zinsen, höhere Baukosten und riskante Zukäufe wie Karstadt und Kaufhof trieben das Firmenimperium schließlich in die Insolvenz.
Gegen Benko und weitere frühere Signa-Manager wird in mehreren Strängen ermittelt. Der nächste Prozess gegen den Ex-Milliardär ist bereits terminiert: Am 4. und 5. November muss er sich erneut vor dem Landesgericht Innsbruck verantworten. Dann geht es um Vorwürfe des schweren Betrugs und der Schädigung von Gläubigern. Die WKStA wirft ihm vor, einem Investor eine falsche Garantie gegeben und dessen Stiftung um rund fünf Millionen Euro geschädigt zu haben.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber