Die Bundesagentur für Sprunginnovationen (Sprind) setzt im internationalen Rennen um Künstliche Intelligenz ein deutliches Signal: Mit dem Wettbewerb „Next Frontier AI“ sollen bis zu zehn europäische Teams mit einer Anschubfinanzierung von zusammen 125 Millionen Euro unterstützt werden.
Ziel der Initiative ist es, Europas Stellung in KI-Forschung und KI-Wirtschaft nachhaltig zu stärken. Die geförderten Teams sollen so aufgestellt werden, dass sie bis Ende Juni 2028 zusätzlich mindestens eine Milliarde Euro an privatem Kapital am Markt einwerben können.
Hintergrund des Programms ist die aktuelle Lage auf dem KI-Markt: Die führenden Modelle kommen fast ausschließlich aus den USA und China. Sprind warnt davor, dass Europa bei dieser Schlüsseltechnologie weiter zurückfallen und in riskante technologische Abhängigkeiten geraten könnte. Nach Einschätzung der Agentur gibt es bislang nur wenige Unternehmen in Europa, die international auf Spitzenniveau mithalten.
Fokus auf neue Ansätze in der KI
Jano Costard, Head of Challenges bei Sprind, betonte, Europa verfüge zwar über erstklassige KI-Fachkräfte, habe dieses Know-how bisher aber kaum in weltweit führende Unternehmen übersetzen können. Der Wettbewerb soll nun die Voraussetzungen schaffen, damit technologische Kompetenz, unternehmerische Stärke und ausreichende Finanzierung zusammenfinden.
Nach Ansicht von Sprind genügt es jedoch nicht, bestehende Modelle nur weiter zu verfeinern oder ihre Anwendungen zu verbessern. Gesucht werden stattdessen grundlegend neue KI-Konzepte. Im Mittelpunkt stehen unter anderem deutlich effizientere Trainingsverfahren sowie neuartige Architekturansätze, mit denen europäische Anbieter im globalen Wettbewerb bestehen können.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion