Tennisballgroßer Hagel richtet in Heidenau schwere Schäden an – auch Mecklenburg-Vorpommern von Unwettern getroffen
Bei heftigen Unwettern über Norddeutschland sind stellenweise Hagelkörner von bis zu Tennisballgröße niedergegangen. Besonders stark betroffen war das niedersächsische Heidenau im Landkreis Harburg.
Nach Angaben der Polizei gingen allein in Niedersachsen am Montagabend zwischen 21.00 Uhr und 1.00 Uhr rund 250 wetterbedingte Notrufe ein. Die Feuerwehr war landesweit bei mehr als 600 Einsätzen im Einsatz.
In Heidenau verursachten die mehrere Zentimeter großen Hagelkörner massive Schäden. Laut Polizei wurden unter anderem Autoscheiben zertrümmert und zahlreiche Fahrzeuge durch tiefe Dellen beschädigt. Auf Videoaufnahmen war zudem zu sehen, dass auch Dächer teils erheblich in Mitleidenschaft gezogen wurden.
Eine Anwohnerin schilderte das Unwetter als beispiellos. Der Hagel habe mit großer Wucht auf ihr Mehrfamilienhaus und den Balkon geprasselt. "Es hat alles kaputt gemacht", sagte sie. Durch das beschädigte Dach dringe Regen inzwischen in die Wohnungen ein. Auch das neue Auto ihres Mitbewohners sei nur noch Schrott. Seit 18 Jahren lebe sie in Heidenau, ein derartiges Chaos habe sie dort noch nie erlebt.
Wie winterlicher Schneefall
Auch in Mecklenburg-Vorpommern hinterließ das Unwetter deutliche Spuren. Im Landkreis Ludwigslust-Parchim sammelten sich tennisballgroße Hagelkörner so stark auf Straßen und Flächen, dass sie mit Radladern beseitigt werden mussten. Nach Angaben der Leitstelle Westmecklenburg wirkte es mancherorts wie nach starkem Schneefall im Winter.
Innerhalb nur einer Stunde registrierte die Leitstelle dort etwa 168 wetterbedingte Notrufe. Die Feuerwehr musste Keller leerpumpen und umgestürzte Bäume beseitigen. Über Verletzte war zunächst nichts bekannt. Auch zur Höhe der Sachschäden lagen anfangs noch keine genauen Angaben vor.
Zuerst hatten NDR und die "Bild"-Zeitung über die Unwetter berichtet.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber