Die Schauspielerin Elke Sommer ist im Alter von 85 Jahren gestorben. Nach Informationen aus ihrem Umfeld starb sie nur wenige Tage vor ihrem 86. Geburtstag. Sie sei, wie von ihr gewünscht, zu Hause friedlich eingeschlafen. Zuerst hatte die „Bild“ über ihren Tod berichtet.
Deutschland ließ Sommer nie ganz los. Auch als sie längst in Hollywood Karriere gemacht hatte, blieb sie ihrer fränkischen Heimat eng verbunden. Ihr Haus in Los Angeles beschrieb sie einmal als ähnlich eingerichtet wie ihr Zuhause in Marloffstein bei Erlangen. Dort soll später auch ihre Urne gemeinsam mit der ihres Mannes beigesetzt werden.
Märchenhafter Aufstieg von Elke Schletz zu Elke Sommer
Geboren wurde sie in Berlin als Elke Schletz. Nach dem Krieg verschlug es ihre Familie nach Marloffstein. Die Tochter eines Pfarrers wurde 1958 im italienischen Badeort Viareggio entdeckt – auf fast filmreife Weise: Nachdem sie dort bei einer Wahl zur „Miss Viareggio“ gekürt worden war, wurde ein italienischer Regisseur auf sie aufmerksam. Ihr Preis damals: ein Paar Strümpfe.
Kurz darauf begann ihre Filmkarriere. Aus Elke Schletz wurde Elke Sommer – auch, weil die Italiener ihren Nachnamen nach ihrer eigenen Erzählung kaum aussprechen konnten. Sie gehörte später zu den ersten Künstlerinnen aus der jungen Bundesrepublik, denen der Sprung nach Hollywood gelang.
Deutsche Antwort auf Brigitte Bardot
Ende der 1950er- und Anfang der 1960er-Jahre galt Sommer als deutsche Antwort auf Brigitte Bardot – blond, glamourös, aber mit einer für viele typisch deutschen Bodenständigkeit. Zeitweise wurde sie sogar als mögliche neue Marilyn Monroe gehandelt.
Für ihre Rolle in „Der Preis“ an der Seite von Paul Newman erhielt sie 1964 einen Golden Globe. Im Lauf ihrer Karriere stand sie mit zahlreichen internationalen Stars vor der Kamera, darunter Kirk Douglas, Jean Gabin, Curd Jürgens, Sean Connery, Michel Piccoli und Alain Delon.
Beliebt bei Karl-May-Fans und Publikum in Deutschland
In Deutschland bleibt sie vielen auch durch den Karl-May-Film „Unter Geiern“ aus dem Jahr 1964 in Erinnerung. Darin spielte sie eine mutige deutsche Farmerstochter. Am Ende heiratet ihre Figur den Farmerssohn Martin Baumann, verkörpert von Götz George.
Auch später blieb Sommer dem deutschen Publikum verbunden. Als sie auf den ganz großen Leinwänden seltener wurde, war sie immer wieder auch auf deutschen Bühnen zu sehen – etwa 1999 bei den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg.
Sexsymbol mit Stil und klaren Prinzipien
Obwohl Elke Sommer in den 1960er-Jahren als Sexsymbol galt, wahrte sie stets Distanz zum Verruchten Image. Zweimal posierte sie für den „Playboy“. Berichten zufolge soll ihr der Schah von Persien einst für eine gemeinsame Nacht ein Collier aus Smaragden und Diamanten angeboten haben. Sommer lehnte ab.
Privat blieb sie die gebildete Pfarrerstochter, die sieben Sprachen sprach und sich Hollywood nie völlig auslieferte.
Leben zwischen Franken und Kalifornien
Als ihre eigentliche Heimat betrachtete die gebürtige Berlinerin stets Marloffstein. Die Winter verbrachte sie zwar oft lieber in Los Angeles, über Franken ließ sie aber nichts kommen. „Ich bin ja ein Landmensch, ich bin ja überhaupt kein Stadtmensch“, sagte sie einmal.
Seit 1993 war sie in zweiter Ehe mit dem New Yorker Hotelmanager Wolf Walther verheiratet – geheiratet wurde ebenfalls in Franken. Mehr als drei Jahrzehnte waren die beiden ein Paar. Walther starb in diesem Sommer an Krebs.
Rückzug aus dem Filmgeschäft
Im höheren Alter zog sich Sommer weitgehend aus der Schauspielerei zurück und widmete sich verstärkt der Malerei. In den vergangenen Jahren musste sie zudem gesundheitliche Rückschläge verkraften. In einem Interview mit der „Bunten“ sagte sie 2025: „Genug ist genug!“ und fügte hinzu, der liebe Gott solle sie holen, wenn ihr Mann sie nicht mehr brauche.
Mit Elke Sommer verliert das Kino einen Star, der Hollywood-Glamour mit fränkischer Erdverbundenheit verband.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber