Stars

Drama am Berg: Netflix-Bergsteiger weiter ungeborgen

Netflix-Held Nirmal Purja tot: Nach der Lawine in Pakistan beginnt jetzt ein dramatischer Kampf um seine Bergung.

02.08.2026, 12:37 Uhr

Leichnam von Nirmal Purja am Broad Peak geborgen – gesamte Seilschaft tot

Der Leichnam des nepalesisch-britischen Extrembergsteigers Nirmal Purja ist am Broad Peak im pakistanischen Karakorum entdeckt worden. Nach Angaben des Alpine Club Pakistan wurde er am Sonntag zusammen mit weiteren Toten seiner Expedition in rund 5.700 Metern Höhe gefunden. Purja und drei weitere Opfer wurden inzwischen von einem nepalesisch-pakistanischen Bodenteam in ein tiefer gelegenes Lager gebracht.

Purjas Firma bestätigte inzwischen seinen Tod. Der international bekannte Alpinist war mit insgesamt neun weiteren Bergsteigerinnen und Bergsteigern unterwegs, als die Gruppe am Donnerstag an dem rund 8.050 Meter hohen Broad Peak von einer gewaltigen Lawine erfasst wurde. Keines der zehn Teammitglieder überlebte.

Die Expedition bestand aus zehn Männern und Frauen aus mehreren Ländern. Laut Alpine Club Pakistan gehörten dazu sechs Bergsteiger aus Nepal, je ein Alpinist aus Pakistan und China, eine Bergsteigerin aus den USA sowie eine Bergsteigerin aus dem Oman.

Drei Leichen waren bereits am Freitag geborgen worden, vier weitere am Sonntag. Eine weitere Tote oder ein weiterer Toter wurde nach Club-Angaben noch höher am Berg im Schnee lokalisiert. Die Bergung gilt wegen des Geländes und der Bedingungen als äußerst schwierig.

Erinnerung an Laura Dahlmeier

Das Unglück weckt in Pakistan Erinnerungen an den Tod der deutschen Bergsteigerin Laura Dahlmeier. Sie kam fast auf den Tag genau ein Jahr zuvor, am 28. Juli 2025, ebenfalls im Karakorum ums Leben. Beim Abstieg vom Laila Peak wurde sie in etwa 5.700 Metern Höhe von einem Steinschlag am Kopf getroffen. Der Laila Peak liegt in derselben Region unweit des Broad Peak.

Damals mussten die Rettungsbemühungen wegen anhaltender Steinschlaggefahr und schwierigen Wetters eingestellt werden. Dahlmeiers Leichnam blieb am Berg, auch weil sie festgehalten hatte, dass niemand für eine Bergung das eigene Leben riskieren solle.

Rekordbergsteiger aus der Netflix-Doku

Purja, auch unter dem Namen Nims Dai bekannt, wurde weltweit durch die Netflix-Dokumentation 14 Gipfel: Nichts ist unmöglich berühmt. Darin wird begleitet, wie der aus Nepal stammende Bergsteiger mit britischer Staatsangehörigkeit im Jahr 2019 alle 14 Achttausender in Rekordzeit bestieg. Während sein Vorgänger für dieses Projekt sieben Jahre benötigte, schaffte Purja es in nur sieben Monaten.

Seine damalige Mission nannte er selbstbewusst „Project Possible“. Später veröffentlichte er außerdem eine Autobiografie, die auch in deutscher Übersetzung erschien.

Trauer in der Bergsteigerwelt

In sozialen Netzwerken reagierten zahlreiche Bergsteigerinnen und Bergsteiger bestürzt auf seinen Tod. Purjas Firma sprach von tiefer Trauer und großem Schmerz. Auch aus Politik und Öffentlichkeit kamen Beileidsbekundungen.

Bergsteigerlegende Reinhold Messner würdigte Purja als Menschen, der das Leben intensiv gelebt habe. Auch Prinz William erinnerte daran, dass Purja zunächst bei den britischen Streitkräften diente und später zu einem der bekanntesten Bergsteiger der Welt wurde.

Broad Peak war offenbar nicht fest eingeplant

Besonders tragisch: Nach eigenen Angaben war die Besteigung des Broad Peak ursprünglich gar nicht fest vorgesehen. Purja hatte nach dem Gasherbrum II erklärt, ihm fehle nur noch dieser Gipfel, um als erster Mensch alle 14 Achttausender zweimal ohne zusätzlichen Sauerstoff bestiegen zu haben.

Der Broad Peak ist mit 8.051 Metern der zwölfthöchste Berg der Erde und liegt an der Grenze zwischen Pakistan und China. Experten warnen seit Längerem, dass sich die Gefahren in der Region durch den Klimawandel verschärfen. Steigende Temperaturen begünstigten demnach instabile Schneedecken, Lawinen und Steinschlag.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen