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WM-Silber! Kevric glänzt – nur Nemour ist besser

WM-Coup in Rotterdam: Kevric holt Silber – doch eine Turnerin stiehlt ihr mit einer Wahnsinns-Show die große Bühne.

24.10.2026, 17:15 Uhr

Helen Kevric hat bei den Weltmeisterschaften in Rotterdam die Silbermedaille am Stufenbarren gewonnen. Die 18 Jahre alte Turnerin aus Stuttgart zeigte bei ihrer WM-Premiere eine nahezu fehlerfreie Übung, stand sicher und erhielt dafür 14,833 Punkte. Damit holte die Europameisterin zugleich die erste und am Ende einzige Medaille für den Deutschen Turner-Bund bei diesem Wettbewerb.

„Es ist einfach extrem krass. Ich kann das noch nicht so richtig glauben. Irgendwie ging das alles super schnell. Das zeigt mir, dass ich nach meiner Verletzung den richtigen Weg gegangen bin, dass ich Gas gegeben habe und jetzt stehe ich hier und bin Vize-Weltmeisterin. Das ist sehr krass. Ich bin richtig glücklich“, sagte Kevric direkt nach dem Finale.

Ihre erste WM-Medaille feierte sie mit zu einem Herz geformten Händen und fröhlichem Winken zu ihrem Vater Adnan Kevric sowie zu den Fans auf der Tribüne.

Nemour wieder nicht zu schlagen

An der Spitze turnte Kaylia Nemour erneut in einer eigenen Kategorie. Die Titelverteidigerin aus Algerien, in Frankreich geboren, bekam für ihre spektakuläre und schwierige Übung 15,333 Punkte. Unter den Augen von US-Star Simone Biles auf der VIP-Tribüne überzeugte die 19-Jährige mit einer beeindruckenden Flugshow.

Nur einen Tag nach Rang vier im Mehrkampf meldete sich Nemour eindrucksvoll zurück. Nach ihrer Darbietung jubelte sie ausgelassen und schnaufte erst einmal tief durch. Biles kommentierte ein Video davon auf Instagram mit den Worten: „Einfach wow“. Bronze sicherte sich Mehrkampf-Weltmeisterin Skye Blakely aus den USA mit 14,600 Punkten.

Kevric setzt ihre starke Serie fort

Mit dem zweiten Platz schrieb Kevric ihre bemerkenswerte Erfolgsserie auf internationaler Bühne weiter. Seit ihrem Debüt im Frauenbereich erreichte sie bei jedem großen Wettbewerb das Finale am Stufenbarren: 2024 wurde sie bei der EM in Rimini Vierte, bei den Olympischen Spielen in Paris Sechste, bei der EM 2026 in Zagreb gewann sie Gold – nun kam in der Ahoy Arena WM-Silber hinzu.

Bei den Heim-Europameisterschaften 2025 in Leipzig hatte sie mit dem deutschen Team zwar Silber geholt, sich danach aber schwer am linken Knie verletzt. Die Folge war das Aus für die WM 2025 in Jakarta. Nach einer schwierigen Reha kämpfte sie sich jedoch eindrucksvoll zurück. Ihr Comeback auf großer Bühne gelang ihr im Juli bei den deutschen Meisterschaften in Hannover, wo sie die Titel am Stufenbarren und am Schwebebalken gewann.

Weitere Titel am ersten Finaltag

Zum Auftakt des ersten Gerätefinal-Tages gewann Frederick Richards aus den USA den Boden mit 14,633 Punkten. Am Sprung setzte sich Brasiliens zweimalige Olympiasiegerin Rebeca Andrade mit einem Durchschnitt von 14,466 Punkten für ihre beiden Sprünge durch. Im hochklassigen Finale am Pauschenpferd holte der Armenier Hamlet Manuchjan mit 15,300 Zählern Gold. An den Ringen war zudem der Chinese Lan Xingyu mit 14,766 Punkten nicht zu schlagen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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