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Wimbledon-Drama: Struff schafft das Unfassbare

Struff wirkt in Wimbledon schon fast raus – doch nach 0:2 passiert im Achtelfinale plötzlich etwas, womit niemand rechnet.

05.07.2026, 21:31 Uhr

Mit einem dramatischen Kraftakt hat Jan-Lennard Struff in Wimbledon erstmals das Viertelfinale erreicht und damit den größten Grand-Slam-Erfolg seiner Karriere gefeiert. Der 36-Jährige profitierte im Achtelfinale gegen den Polen Hubert Hurkacz im fünften Satz von dessen verletzungsbedingter Aufgabe. Nach einem 0:2-Satzrückstand lag Struff 3:6, 6:7 (5:7), 7:6 (7:2), 7:5, 4:2 vorn, als Hurkacz nicht mehr weiterspielen konnte.

Nur das Beste für Hubi“, sagte Struff nach dem Match. Ein solches Ende sei hart. Zugleich schilderte der Warsteiner, wie sich die Partie aus seiner Sicht drehte: „Ich bin zurückgekommen im dritten Satz.“ Irgendwann habe er gemerkt, dass Hurkacz beim Aufschlag nicht mehr dieselbe Geschwindigkeit hatte. Später seien die Probleme des Polen deutlich sichtbar geworden. „Für mich war es tough – war Wahnsinn“, sagte Struff, der 2024 in München seinen bislang einzigen ATP-Titel gewonnen hatte.

Nun gegen Weltranglistenersten Sinner

Zum ersten Mal steht der Sauerländer nun bei einem der vier Grand-Slam-Turniere in einem Viertelfinale. Dort trifft Struff am Dienstag auf den italienischen Weltranglistenersten und Titelverteidiger Jannik Sinner.

Plötzliche Wende im vierten Satz

Lange sprach in London vieles für einen Erfolg von Hurkacz. Doch beim Stand von 5:5 im vierten Satz nahm das Match eine unerwartete Wendung. Während Struff aufschlug, verließ der frühere Wimbledon-Halbfinalist den Platz für eine Behandlung. Der Pole fasste sich dabei an die Bauchgegend und wirkte deutlich angeschlagen. Bereits nach dem dritten Satz hatte er sich zudem wegen Rückenproblemen behandeln lassen.

Danach war Hurkacz in seiner Beweglichkeit stark eingeschränkt. Struff nutzte das konsequent und holte sich den vierten Durchgang. Im entscheidenden Satz ging der Pole dann volles Risiko, um die Ballwechsel möglichst kurz zu halten. Zwar verlor Struff sein erstes Aufschlagspiel im fünften Satz, schaffte aber sofort das Rebreak. Hurkacz ließ sich in den Pausen immer wieder behandeln und spielte zunächst weiter, bis Struff mit einem weiteren Break auf 4:2 stellte. Kurz darauf war das Match beendet.

Bestes Grand-Slam-Ergebnis für Struff

Für Struff ist es das erfolgreichste Grand-Slam-Turnier seiner Laufbahn. Der Sauerländer ließ sich von den ersten beiden verlorenen Sätzen nicht aus dem Konzept bringen und kämpfte sich eindrucksvoll zurück.

Gleichzeitig schrieb Struff Geschichte: Er ist der älteste Spieler der Open Era seit 1968, der zum ersten Mal ein Grand-Slam-Viertelfinale erreicht. „Es ist unglaublich“, sagte Struff. „Dass das hier in Wimbledon passiert, ist einfach geil.

Zverev lobt Struff als „Teddybär“

Schon vor dem Achtelfinale hatte Alexander Zverev seinem Landsmann den nächsten großen Erfolg zugetraut. Der Hamburger meinte, genau das zeichne Struff aus: Er könne viele frühe Niederlagen hintereinander haben und dann plötzlich bei einem Grand-Slam-Turnier bis ins Viertelfinale vorstoßen. Wörtlich sagte Zverev, Struff sei ein „riesiger Teddybär“ und habe „kein Gramm Böses“ in sich.

Zverev am Montagabend gefordert

Zverev will am Montagabend ebenfalls den Sprung unter die letzten Acht schaffen. Im Achtelfinale trifft er auf den Tschechen Jiri Lehecka. Gespielt wird im dritten Match nach 14.30 Uhr, übertragen von Prime Video. In Wimbledon kam Zverev bislang noch nie über das Achtelfinale hinaus.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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