Sport

Trotz Warnungen: Zverev wagt den Davis Cup

Nach dem US-Open-Triumph rieten alle zur Pause – doch Zverev zieht durch. Warum ihm der Davis Cup wichtiger ist als Erholung.

18.09.2026, 09:05 Uhr

Frisch nach seinem US-Open-Triumph ist Alexander Zverev in Halle angekommen und dort direkt feierlich empfangen worden. Im Court Hotel überreichte DTB-Präsident Dietloff von Arnim dem neuen Champion die ersten Blumen. Vor dem Davis-Cup-Duell mit Kroatien ist am Samstag auf dem Centre Court zudem noch eine Ehrung durch Sportminister Ronald Rauhe geplant. Danach soll der Fokus ganz auf den sportlichen Aufgaben liegen.

Zverev jagt weitere große Ziele

Mit seinen Erfolgen bei den French Open in Paris und den US Open in New York hat sich der 29-Jährige den Traum vom Grand-Slam-Sieg gleich zweimal erfüllt. Doch damit ist sein Ehrgeiz nicht gestillt. Weiterhin reizt ihn die Spitze der Weltrangliste, die er bislang noch nicht erreichen konnte. Außerdem will er mit dem deutschen Team endlich den Davis Cup gewinnen. Nach dem Halbfinal-Aus bei den Finals in Bologna im vergangenen Jahr hatte Zverev bereits klargemacht, dass er diesen Titel unbedingt irgendwann holen möchte.

Trotz der anstrengenden Tage in New York stellt er sich nun der nächsten Herausforderung. Gelingt Deutschland am Samstag ab 14.00 Uhr und am Sonntag ab 12.00 Uhr ein Erfolg gegen Kroatien, ist das Team im November erneut bei der Endrunde in Bologna vertreten.

Keine Pause trotz voller Belastung

Obwohl schon eine Woche später der Laver Cup in London ansteht, schlägt Zverev in Halle auf. Damit entscheidet sich der Weltranglisten-Zweite bewusst gegen eine Pause – und das entgegen den Empfehlungen aus seinem Umfeld. Schon in New York hatte er mit einem Lächeln gesagt, dass viele aus seinem Team ihn lieber vom Davis Cup fernhalten würden, er aber unbedingt spielen wolle.

US Open
Ein Davis-Cup-Triumph würde das Super-Jahr von Alexander Zverev krönen. (Archivbild) Quelle: Frank Franklin II/AP/dpa

Teamchef Michael Kohlmann zollte Zverev für diese Entscheidung großen Respekt. Aus seiner Sicht hätte der Spitzenspieler leicht sagen können, dass er erschöpft sei oder etwas zwicke. Umso mehr freue sich die Mannschaft darüber, dass Zverev dennoch dabei sei.

Deutschland geht als Favorit ins Duell

Mit Zverev im Aufgebot ist Deutschland klar in der besseren Ausgangsposition – auch deshalb, weil Kroatien auf seinen bekanntesten Spieler verzichten muss. Marin Cilic, US-Open-Sieger von 2014, fällt verletzungsbedingt aus. Damit ist Dino Prizmic, die Nummer 103 der Welt, aktuell der bestplatzierte Kroate. Kohlmann zeigte sich entsprechend optimistisch: Wenn sein Team konzentriert auftrete und die eigenen Aufgaben erfülle, seien die Chancen sehr gut.

Zum deutschen Kader gehören neben Zverev auch Yannick Hanfmann, Daniel Altmaier sowie die Doppelspezialisten Kevin Krawietz und Tim Pütz, die zuletzt in New York das Finale erreicht hatten. Altmaier bringt ebenfalls positive Erinnerungen nach Halle mit, nachdem er dort beim Rasenturnier bis ins Halbfinale vorgedrungen war.

Altmaier vor Struff im Team

Gespielt wird diesmal zwar nicht auf Rasen, sondern auf einem mittelschnellen Hartplatz. Dennoch blickt Altmaier dem Wochenende mit großer Vorfreude entgegen. Der Davis Cup habe für ihn einen besonderen Stellenwert, betonte er. Im Aufgebot erhielt er den Vorzug vor dem Hallenser Jan-Lennard Struff.

Trotzdem richtet sich die größte Aufmerksamkeit auf Zverev. Wenn Deutschlands bester Spieler seine Müdigkeit abschütteln kann, sollte er in den Einzeln gegen Prizmic und Matej Dodig gute Chancen haben. Weitere Blumen dürfte es für mögliche Siege zwar nicht geben – dafür aber die Möglichkeit, sich im November in Italien den nächsten großen Karrieretraum zu erfüllen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen