Russell holt Pole in Barcelona
George Russell startet beim Grand Prix von Barcelona-Katalonien von ganz vorn. Der Mercedes-Pilot setzte sich in einer spannenden Qualifikation für das siebte Saisonrennen am Sonntag (15.00 Uhr/Sky) durch und sicherte sich damit bereits zum dritten Mal in diesem Jahr die Pole Position. Für den Engländer war es insgesamt die zehnte Pole seiner Formel-1-Karriere.
Nach seinem enttäuschenden zwölften Platz in Monaco meldete sich Russell damit eindrucksvoll zurück. In Barcelona war der 27-Jährige schon in zwei der drei freien Trainings der Schnellste und lieferte nun die perfekte Vorlage für seinen 100. Grand Prix mit Mercedes.
Lewis Hamilton verhinderte im Ferrari in letzter Sekunde eine komplett silberne erste Startreihe und schob sich noch auf Rang zwei. Für den Rekordweltmeister ist es zugleich sein bestes Qualifying-Ergebnis seit dem Wechsel zur Scuderia vor der Saison 2025. WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli musste sich mit Platz drei begnügen und steht damit erstmals in dieser Saison nicht in der ersten Startreihe.
Russell zufrieden, Antonelli hadert etwas
"Schön, wieder in den Rhythmus zu kommen", sagte Russell nach seiner dritten Pole des Jahres erleichtert. Er sprach von einem starken Wochenende und erwartet für das Rennen harte Gegenwehr: "Morgen wird es ein interessantes Rennen. Lewis hat großartige Arbeit geleistet, um sich nach vorn zu kämpfen. Ich bin mir sicher, dass es einen Kampf geben wird."
Auch Mercedes-Teamchef Toto Wolff zeigte sich angetan vom Aufschwung seines Fahrers. Russell sei wieder näher an seinem eigenen Setup und versuche nicht mehr so viel von Teamkollege Antonelli zu übernehmen, erklärte der Österreicher.
Antonelli, Sieger der vergangenen fünf Grand Prix, wirkte mit Rang drei nicht vollauf zufrieden. Der 19 Jahre alte Italiener sprach von einem "etwas schwierigen Wochenende" und davon, nicht das richtige Gefühl für das Auto gehabt zu haben. Hoffnung macht ihm allerdings die Rennpace: Der Longrun im Training sei stark gewesen. Für den Start kündigte er an, den Windschatten optimal nutzen zu wollen.
Hülkenberg unter den Top Ten
Nico Hülkenberg erreichte sein bislang bestes Qualifying-Ergebnis des Jahres. Der Audi-Pilot schaffte den Sprung in den finalen Abschnitt und wurde Neunter. Damit egalisierte er das beste Saisonresultat des deutschen Teams, das Gabriel Bortoleto bereits in Japan erzielt hatte.
"Ich bin zufrieden, das nehmen wir gerne mit", sagte Hülkenberg bei Sky.
Ein Ausrufezeichen setzte auch Hamilton, der sich nach schwierigen Trainings noch deutlich steigerte. Nach eigener Aussage habe er sich zunächst nicht wohlgefühlt und im dritten freien Training noch mehrere Zehntel Rückstand gehabt. Die Änderungen vor dem Qualifying zahlten sich jedoch aus: Schon in Q1 fuhr er die Bestzeit.
Alonso enttäuscht, Leclerc mit Desaster
Weniger erfreulich lief es für Fernando Alonso. Der spanische Routinier schied in seinem Aston Martin bereits als Letzter im ersten Qualifying-Abschnitt aus und sorgte damit bei den heimischen Fans für Ernüchterung. "Wir müssen wohl bis nach der Sommerpause warten und hoffen, dann besser aufgestellt zu sein", sagte der 44-Jährige, dessen Zukunft über diese Saison hinaus weiter offen ist.
Ein Desaster erlebte Charles Leclerc. Der Ferrari-Pilot verlor plötzlich die Kontrolle über sein Auto, rutschte ausgangs von Kurve vier ins Kiesbett und prallte mit der Front gegen die Streckenbegrenzung. Leclerc konnte den Wagen selbst verlassen. Wegen der Bergung seines Autos wurde der letzte Qualifying-Abschnitt vorübergehend unterbrochen. Am Ende blieb für ihn nur Startplatz zehn.
In der Weltmeisterschaft liegt Antonelli weiterhin klar vorne. Der Mercedes-Pilot hat 66 Punkte Vorsprung auf Hamilton und gewann in diesem Jahr bislang alle Rennen mit Ausnahme des Saisonauftakts in Australien.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion