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Kiel zittert sich ins European-League-Finale

Was für ein Wahnsinn! Kiel dreht gegen Montpellier das Halbfinale – dank Wolff und einem mutigen Risiko-Coup.

30.05.2026, 14:23 Uhr

THW Kiel und MT Melsungen erreichen das Finale der European League

Der THW Kiel hat beim Final Four in Hamburg das Endspiel der Handball-European-League erreicht. Die Norddeutschen setzten sich vor 11.023 Zuschauern in einem packenden Halbfinale mit 29:28 (15:12) gegen Montpellier HB durch und revanchierten sich damit für die 31:32-Niederlage aus dem Vorjahr.

Im Finale trifft Kiel am Sonntag um 18.00 Uhr auf die MT Melsungen. Die Nordhessen gewannen das anschließende Bundesliga-Duell gegen die SG Flensburg-Handewitt mit 37:30 (15:14) und zogen damit ebenfalls ins Endspiel ein. Im vergangenen Jahr hatte Melsungen noch nach Verlängerung gegen Flensburg den Kürzeren gezogen. Der Sieger des Finalturniers darf zudem auf ein Ticket für die Champions League hoffen.

Erfolgreichste Werfer der ersten Partie waren Eric Johansson mit sechs Treffern für den THW sowie David Balaguer, der für Montpellier achtmal traf. Im zweiten Halbfinale ragten bei Melsungen Dainis Kristopans mit neun Toren und bei Flensburg Simon Pytlick mit acht Treffern heraus.

Kiel arbeitet sich in die Partie

Zu Beginn begegneten sich beide Mannschaften äußerst vorsichtig, sodass Tore zunächst rar blieben. Lukas Zerbe scheiterte für Kiel mit einem Siebenmeter an der Latte. Auf der Gegenseite traf Kylian Villeminot vom Punkt nur den Pfosten und scheiterte bei einem weiteren Strafwurf an THW-Keeper Andreas Wolff.

Erst mit zunehmender Spielzeit fand der deutsche Rekordmeister besser ins Spiel, auch wenn sich weiter Fehler einschlichen. In Unterzahl sorgte Lukas Laube in der 21. Minute für das 12:8, wenig später erhöhte Zerbe auf 15:10. Dazu gab Wolff der Kieler Abwehr mit mehreren starken Paraden den nötigen Rückhalt.

Nach dem Seitenwechsel übernahm zunächst Montpellier das Kommando. In der 37. Minute gelang den Franzosen beim 16:16 der Ausgleich. Kurz darauf brachte Balaguer sein Team mit einem Doppelschlag sogar mit 20:18 in Front.

Kiel reagierte mit dem siebten Feldspieler und drehte die Begegnung erneut. In der 53. Minute lagen die "Zebras" wieder mit 27:24 vorn. Dennoch blieb es bis zum Ende dramatisch: 30 Sekunden vor Schluss stand es 28:28. Dann traf Johansson entscheidend, ehe Wolff mit einer Doppelparade den Sieg festhielt. Ein wesentlicher Grund für das Ausscheiden Montpelliers waren außerdem sechs vergebene Siebenmeter.

Melsungen setzt sich klar gegen Flensburg durch

Im zweiten Halbfinale erwischte Melsungen dank der Treffer von Aaron Mensing den besseren Start. Noch vor der Pause musste die MT jedoch einen Rückschlag verkraften: David Mandic sah nach einem Foul an Flensburgs Marko Grgic die Rote Karte.

Beeindrucken ließ sich Melsungen davon aber nicht. Die Mannschaft zog nach der Pause immer weiter davon und sorgte früh für klare Verhältnisse. Mit dem Treffer zum 29:22 ins leere Tor der SG markierte der überragende Kristopans in der 45. Minute bereits die Vorentscheidung.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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