FC-Bayern-Vorstandschef Jan-Christian Dreesen hat Spekulationen um einen möglichen Abschied von Michael Olise erneut klar zurückgewiesen und den Franzosen ebenso wie Neuzugang Luis Díaz für unverkäuflich erklärt. Bei einer Veranstaltung im PresseClub München sagte Dreesen, Olise werde "natürlich" in München bleiben. Einen Kontakt von Real Madrid habe es nach seinen Angaben weiterhin nicht gegeben.
Dreesen weist Gerüchte deutlich zurück
Dreesen erklärte, er sei auch im privaten Umfeld häufig auf die Zukunft von Olise angesprochen worden. Bemerkenswert sei für ihn gewesen, dass selbst bei einer hypothetischen Ablösesumme von 200 Millionen Euro niemand für einen Verkauf plädiert habe. Das unterstreiche, wie hoch die Wertschätzung für den Offensivmann inzwischen sei.
Die anhaltenden Wechselmeldungen um Olise hatte Dreesen zuletzt als nahezu substanzlos beschrieben. Die immer neuen Spekulationen wirkten für ihn wie ein "Fortsetzungsroman". Aus Madrid habe es "null" Anrufe gegeben. Auch bei Luis Díaz denkt der Doublesieger nicht an einen Verkauf, obwohl zuletzt selbst Gerüchte über Saudi-Arabien kursierten.
Bayern formuliert die großen Saisonziele
Neben Personalfragen machte Dreesen auch die sportlichen Ambitionen des Rekordmeisters deutlich. Der Anspruch des FC Bayern sei es, immer gewinnen zu wollen und um jeden Titel zu spielen. Zwar könne niemand ernsthaft erwarten, die Champions League jedes Jahr zu holen, sagte Dreesen. Genau dieser maximale Anspruch gehöre aber zum Selbstverständnis des Klubs.
Mit Blick auf den traditionsreichen Rathaus-Balkon am Münchner Marienplatz machte der Vorstandschef zudem klar, dass dort auch im Frühjahr 2027 wieder Titel gefeiert werden sollen.
Langfristige Verträge geben Bayern Sicherheit
Olises Marktwert ist nach der WM weiter gestiegen und soll derzeit bei rund 170 Millionen Euro liegen. Sein Vertrag in München läuft ebenso wie der von Díaz bis Sommer 2029. Dreesen betonte, dass sich der Verein damit in einer komfortablen Lage befinde. Selbst wenn es ein Angebot gäbe, was aktuell nicht der Fall sei, müsste Bayern einem Transfer erst einmal zustimmen.
Olise war im Sommer 2024 für rund 55 Millionen Euro von Crystal Palace nach München gewechselt und hat sich seitdem zu einem der wichtigsten Spieler im Team entwickelt. Angesichts der sportlichen Ziele kommt ein Verkauf für die Münchner weiterhin nicht infrage.
Starke Zahlen im Bayern-Trikot
Nach 17 Treffern und 18 Assists in 50 Spielen in der Saison 2024/25 legte Olise in der zurückliegenden Spielzeit nochmals deutlich nach. In 57 Pflichtspielen erzielte er 25 Tore und bereitete 28 weitere Treffer vor.
Aktuell fehlt Olise wie Díaz und Harry Kane noch im Trainingslager am Tegernsee. Trainer Vincent Kompany integriert dort in diesen Tagen andere WM-Teilnehmer, darunter auch die deutschen Nationalspieler Joshua Kimmich und Manuel Neuer. Dreesen zeigte sich erleichtert, dass die meisten Spieler ohne größere Blessuren zurückgekehrt seien. Ausgenommen sei Youngster Lennart Karl, der sich bereits im WM-Countdown verletzt hatte.
Kane-Verlängerung und weitere Kaderplanung
Während eine Verlängerung bei Olise derzeit kein drängendes Thema ist, soll die Zusammenarbeit mit Harry Kane über dessen zum Saisonende auslaufenden Vertrag hinaus fortgesetzt werden. Laut Dreesen gibt es auf beiden Seiten ein großes Interesse, nun müsse eine passende gemeinsame Lösung gefunden werden.
Auf dem Transfermarkt sieht der Vorstandschef die wichtigsten Zugänge bereits als erledigt an. Mit Ismael Saibari und Nathaniel Brown habe Bayern nach seiner Einschätzung zwei wesentliche Verstärkungen verpflichtet. Saibari befindet sich nach seiner Verletzung noch in der Reha, Brown soll im Trainingslager offiziell vorgestellt werden.
Auf der Verkaufsseite könnte sich dagegen noch etwas tun. João Palhinha und Sacha Boey gehören aktuell noch zum Aufgebot am Tegernsee, gelten aber weiterhin als mögliche Kandidaten für Abgänge.
Enormes Interesse der Fans
Dreesen verwies zudem auf die enorme Nachfrage rund um den Verein. Für das Heimspiel gegen Borussia Dortmund habe es 300.000 Bestellungen gegeben, selbst für das am wenigsten nachgefragte Auswärtsspiel seien 60.000 Ticketanfragen eingegangen. Der Klubchef zeigte sich überzeugt, dass der FC Bayern jedes Stadion im Land problemlos selbst füllen könnte.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber