Andrea Pirlo wird italienischen Medien zufolge neuer Nationaltrainer der Squadra Azzurra. Der frühere Weltmeister soll die Nachfolge seines einstigen Mitspielers Gennaro Gattuso antreten, der nach der erneut verpassten Qualifikation für eine Weltmeisterschaft zurücktreten musste. Darüber berichteten unter anderem La Gazzetta dello Sport und weitere italienische Medien. Eine offizielle Bestätigung des Verbandes FIGC gab es zunächst noch nicht.
Nachdem Wunschkandidat Pep Guardiola abgesagt haben soll, seien sich Pirlo und der Verband demnach schnell einig geworden. Laut La Gazzetta dello Sport informierte Guardiola die Italiener, dass er derzeit nicht zur Verfügung stehe. Dem Blatt zufolge sagte der Spanier: „Danke, ich fühle mich geehrt. Aber im Moment traue ich mir das nicht zu.“ Guardiola legt aktuell eine Pause ein, nachdem er zuvor mit dem FC Barcelona, Bayern München und Manchester City zahlreiche Titel gewonnen hatte.
Der 116-malige Nationalspieler war 2006 eine der prägenden Figuren beim italienischen WM-Triumph in Deutschland. Vielen Fans in Deutschland ist Pirlo besonders aus dem Halbfinale gegen die DFB-Auswahl in Erinnerung geblieben, als er kurz vor Ende der Verlängerung den Pass zum 1:0 von Fabio Grosso spielte. Italien gewann die Partie am Ende mit 2:0.
Den Berichten zufolge soll Pirlo einen Vertrag über vier Jahre mit dem großen Ziel Weltmeisterschaft 2030 erhalten. La Repubblica schrieb zudem von einem Jahresgehalt von mehr als 1,5 Millionen Euro zuzüglich Erfolgsprämien. Derzeit steht Pirlo noch bei United FC Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten unter Vertrag. Die formelle Unterschrift soll allerdings noch ausstehen.
Italien, viermaliger Weltmeister, hatte zuletzt dreimal nacheinander die Endrunde verpasst. In den vergangenen Tagen soll es bereits mehrere Gespräche mit Italiens Verbandschef Giovanni Malagò sowie dem neuen Technischen Direktor Paolo Maldini gegeben haben.
Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn mit Stationen bei Inter Mailand, dem AC Mailand und Juventus Turin sammelte Pirlo bereits Erfahrung als Trainer. Er arbeitete unter anderem bei Juventus und Sampdoria Genua, allerdings mit eher mäßigem Erfolg.
Als weiterer Kandidat für den Posten wurde zuletzt auch Roberto Mancini gehandelt, der die Nationalmannschaft bereits von 2018 bis 2023 betreut und 2021 zum EM-Titel geführt hatte. Sein Ansehen litt in Italien jedoch darunter, dass er 2023 nach Saudi-Arabien wechselte.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber