Fußball

In Überzahl! Freiburger rasen furios ins Finale

Freiburg schreibt Geschichte: Frühe Rot, Küblers Doppelpack, Manzambis Traumtor – jetzt winkt das erste Europa-Finale!

07.05.2026, 22:56 Uhr

SC Freiburg zieht nach magischem Europa-League-Abend erstmals ins Finale ein

Der SC Freiburg hat Vereinsgeschichte geschrieben und steht zum ersten Mal in einem internationalen Endspiel. Die Breisgauer gewannen das Rückspiel im Europa-League-Halbfinale gegen Sporting Braga mit 3:1 (2:0) und drehten damit den 1:2-Rückstand aus dem unglücklich verlorenen Hinspiel. Im Finale am 20. Mai in Istanbul wartet nun der englische Top-Club Aston Villa – es wird das größte Spiel der Vereinsgeschichte.

Vor 33.700 Zuschauern trafen Lukas Kübler mit einem Doppelpack (19./72.) und Johan Manzambi (41.) für Freiburg. Für Braga konnte Pau Victor in der 79. Minute nur noch verkürzen. Schon früh gerieten die Portugiesen in Unterzahl: Mario Dorgeles sah in der siebten Minute nach einer Notbremse die Rote Karte.

Als der Finaleinzug feststand, gab es im Stadion kein Halten mehr. Fans stürmten nach dem Abpfiff den Rasen, feierten ihre Europapokal-Helden und sangen lautstark: „Oh, wie ist das schön“. Auch Trainer Julian Schuster war nach dem historischen Coup sichtlich bewegt.

„Ich spüre eine unglaublich große Freude, wenn ich in die Gesichter der Menschen schaue“, sagte Schuster bei RTL. Das zeichne die Menschen in der Region aus, dass sie wüssten, wie viel nötig sei, um solche besonderen Momente gemeinsam erleben zu dürfen. Zugleich mahnte der Coach: Es sei zwar ein Highlight, „aber es sind noch ein paar Schritte zu gehen“.

Auch Doppeltorschütze Kübler rang nach dem Spiel nach Worten. „Das ist wie ein Traum, der wahr geworden ist. Das ist ein einmaliger Abend, die Stimmung war unglaublich. Es war so laut das ganze Spiel. Das Publikum hat uns ein Stück weit getragen“, sagte er. Mit Blick auf das Endspiel ergänzte er: „Wenn wir jetzt im Finale stehen, wollen wir auch den Titel holen.“

Frühe Rote Karte bringt Freiburg in die Spur

Im Breisgau herrschte von Beginn an große Spannung. Die Freiburger Fans trieben ihr Team lautstark an, und die Gastgeber suchten in der Anfangsphase jeden Zweikampf. Die entscheidende Szene folgte schon nach wenigen Minuten.

Niklas Beste war frei auf Braga-Keeper Lukas Hornicek zugelaufen, als ihn Dorgeles zu Fall brachte. Schiedsrichter Davide Massa zeigte sofort die Rote Karte. Ausgerechnet Dorgeles hatte im Hinspiel mit seinem späten Siegtor noch für den Freiburger Rückschlag gesorgt.

Kübler trifft mit etwas Glück zum 1:0

Mit einem Mann mehr kontrollierte Freiburg die Begegnung und drängte Braga weit in die eigene Hälfte. Die Gäste verteidigten tief, während der Sport-Club viel Ballbesitz hatte und geduldig nach Lücken suchte. Freiburg unterstrich dabei auch seine Heimstärke – in der Europa League hat der SC in dieser Saison im eigenen Stadion bislang jedes Spiel gewonnen.

Beim Führungstor spielte dann auch das nötige Glück mit. Nach einer misslungenen Kopfballabwehr sprang der Ball zu Lukas Kübler, der ihn etwas kurios an den linken Innenpfosten bugsierte. Von dort rollte der Ball ins Netz zum 1:0.

Traumtor von Manzambi, Braga vergibt kurz vor der Pause

Braga ließ trotz Unterzahl zunächst nur wenige klare Möglichkeiten zu, musste aber viel laufen. Freiburgs Trainer Julian Schuster mahnte seine Mannschaft immer wieder zur Ruhe. Kurz vor der Pause fiel dann doch das zweite Tor – und das war sehenswert.

Johan Manzambi, diesmal auf der Zehnerposition als Ersatz für den verletzten Yuito Suzuki, traf mit einem präzisen Schlenzer aus rund 20 Metern zum 2:0.

Die Gäste reagierten auf den Rückstand und hatten vor dem Halbzeitpfiff selbst noch zwei gute Chancen. Victor Gomez setzte den Ball an den Pfosten, und beim Nachschuss von Rodrigo Zalazar rettete Philipp Treu in der Nachspielzeit der ersten Hälfte in höchster Not.

Freiburg lässt Chancen liegen – Kübler entscheidet die Partie

Nach dem Seitenwechsel drängte Freiburg sofort auf die Vorentscheidung. Vincenzo Grifo traf den Pfosten, Matthias Ginter und erneut Manzambi vergaben weitere aussichtsreiche Möglichkeiten. Die Hausherren erspielten sich nun Chancen beinahe im Minutentakt.

Später wurde Braga wieder mutiger, wodurch sich auf beiden Seiten Räume ergaben. Joao Moutinho zielte knapp vorbei, zudem zeichnete sich Braga-Keeper Lukas Hornicek mit zwei starken Paraden aus.

In der 72. Minute sorgte Kübler dann endgültig für klare Verhältnisse, als er per Kopf das 3:0 erzielte. Zwar brachte Pau Victor die Gäste mit seinem Kopfballtreffer noch einmal heran, und Braga warf in der Schlussphase alles nach vorn. Doch Freiburg ließ sich den Finaleinzug diesmal nicht mehr nehmen. Anders als beim bitteren Pokal-Aus gegen den VfB Stuttgart platzte der Traum nicht mehr – er wurde Realität.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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