FC Augsburg genießt historischen Sprung an die Spitze
Der FC Augsburg hat mit dem 4:1 (0:1) bei Eintracht Frankfurt Vereinsgeschichte geschrieben und erstmals die Tabellenführung in der Bundesliga übernommen. Trainer Manuel Baum wollte diesen besonderen Augenblick festhalten: Er habe sich einen Screenshot der Tabelle gemacht, damit er ihn immer auf dem Handy dabeihabe, erzählte der Coach nach dem Spiel.
Dem 47-Jährigen ist bewusst, dass Platz eins nach dem zweiten Spieltag nur eine Momentaufnahme ist. Trotzdem wollte er die Bedeutung des Erfolgs nicht kleinreden. Solche Augenblicke seien es, von denen man noch Jahre später spreche, sagte Baum. Deshalb dürfe man diesen Tag auch einfach einmal genießen.
Auch Torhüter Finn Dahmen zeigte sich erfreut über den ungewohnten Blick von ganz oben. Für viele Spieler im Kader sei es das erste Mal, Tabellenführer zu sein, und deshalb etwas Besonderes. Zugleich ordnete der 28-Jährige die Situation nüchtern ein: Die Saison sei noch jung, und niemand gehe automatisch davon aus, dass Augsburg dort dauerhaft bleibe. Der starke Start sei aber ein Zeichen dafür, dass in der Vorbereitung gut gearbeitet worden sei. Diesen Schwung wolle das Team möglichst lange mitnehmen.
Baum bleibt trotz Traumstarts vorsichtig
Aus den sechs Punkten und dem Torverhältnis von 7:1 wollte Baum jedoch keine voreiligen Schlüsse ziehen. Auf die Frage, ob Augsburg nun ein Kandidat für den Europapokal sei, reagierte er zurückhaltend. Aus Erfahrung wolle er keine großen Ziele ausrufen, sagte er. Im Mittelpunkt stehe allein, Woche für Woche das nächste Spiel gewinnen zu wollen.

Dabei war der Erfolg in Frankfurt alles andere als selbstverständlich. Nach einer schwachen ersten Halbzeit lag Augsburg früh durch den Treffer von Jonathan Burkardt in der 6. Minute zurück. Doch nach der Pause zeigte die Mannschaft eine eindrucksvolle Reaktion. Arijon Ibrahimovic (46.), Robin Fellhauer (47.), Alexis Claude-Maurice (65.) und Fabian Rieder (89.) sorgten mit ihren Toren für die Wende.
Deutliche Worte in der Pause
Vorangegangen war eine klare Ansprache des Trainers in der Kabine. Baum erklärte, dass innerhalb der Mannschaft inzwischen offen und direkt miteinander gesprochen werde. Nach dem Auftritt vor der Pause sei klar gewesen, dass diese Leistung nicht länger akzeptiert werde. Umso bemerkenswerter sei gewesen, wie stark die Mannschaft danach zurückgekommen sei. Verzichten musste Augsburg dabei auf den verletzten Offensivspieler Anton Kade.
Viel Qualität im Kader
Auch wenn Baum keine konkreten Saisonziele formulieren wollte, machte er deutlich, wie viel Potenzial er in seinem Team sieht. Der Kader sei außergewöhnlich gut besetzt, auch die Ersatzbank biete viel Qualität. Man könne mehrere Feldspieler austauschen, ohne dass das Niveau leide, betonte der Trainer. Am kommenden Samstag wartet mit Bayer Leverkusen bereits die nächste große Aufgabe.
Ibrahimovic, der als Leihspieler vom FC Bayern München nach Augsburg gekommen ist und gegen Frankfurt für Kade in die Startelf rückte, hob ebenfalls den starken Teamgeist hervor. Die Mannschaft sei sehr geschlossen, alle würden füreinander einstehen, und auch in der Kabine stimme die Atmosphäre. Der 20-Jährige kündigte an, dass Augsburg diesen Weg weitergehen und möglichst lange im oberen Tabellenbereich bleiben wolle.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber