Fußball

Heidenheim lebt! 3:1 in Köln macht das Wunder möglich

Historisches Abstiegsdrama! Vor dem letzten Spieltag sind die letzten drei Teams punktgleich – schafft Heidenheim noch das Wunder?

10.05.2026, 19:25 Uhr

Heidenheim hält die Hoffnung auf den Klassenerhalt am Leben

Der 1. FC Heidenheim sorgt weiter für maximale Spannung im Bundesliga-Abstiegskampf. Mit dem 3:1 (2:1) beim 1. FC Köln feierte die Mannschaft von Frank Schmidt ihren ersten Auswärtssieg seit fast einem halben Jahr und bewahrte sich die Chance auf den Ligaverbleib. Erstmals überhaupt gehen damit die letzten drei Teams der Tabelle punktgleich in den 34. Spieltag.

Jan Schöppner brachte die Gäste in der 8. Minute in Führung und traf später noch einmal (72.). Dazwischen erhöhte Arijon Ibrahimovic in der 28. Minute. Für Köln hatte Marius Bülter zwischenzeitlich zum 1:1 ausgeglichen (10.).

Entsprechend erleichtert zeigte sich Heidenheims Trainer Frank Schmidt nach dem Schlusspfiff. Erst klatschte er seine Spieler ab, kurz darauf stimmte er sie bereits auf das Saisonfinale am kommenden Samstag ein.

„Auf jeden Fall eine Wiederauferstehung“

Auch abseits des Rasens war die Erleichterung groß. Geschäftsführer Holger Sanwald sprach nach dem Erfolg von einer bemerkenswerten Wende: Vor Ostern habe kaum noch jemand an Heidenheim geglaubt, intern aber sei die Überzeugung immer da gewesen, noch einmal heranzukommen. Ein Freund habe den Lauf sogar als größte Wiederauferstehung seit Jesus bezeichnet, sagte Sanwald bei DAZN und ergänzte: „Es ist auf jeden Fall eine Wiederauferstehung.“

Doppeltorschütze Schöppner wertete den Sieg als möglicherweise wichtigsten der Saison. Viele hätten Heidenheim bereits abgeschrieben, sagte er, doch die Mannschaft sei in einen Flow gekommen.

Heidenheim, das monatelang Tabellenletzter war, profitierte zudem von den Niederlagen der direkten Konkurrenten. Wolfsburg verlor 0:1 gegen Bayern, St. Pauli unterlag 1:2 in Leipzig und ist nun Letzter. Damit haben alle drei Teams 26 Punkte. Vor dem letzten Saisonspiel gegen Mainz liegt Heidenheim mit einer Tordifferenz von -29 weiter hinter Wolfsburg (-26), zog aber dank der mehr erzielten Tore an St. Pauli vorbei und verbesserte sich auf Rang 17. St. Pauli weist ebenfalls -29 auf und trifft am letzten Spieltag direkt auf Wolfsburg. Köln hatte den Klassenerhalt bereits vor der Partie sicher.

Heidenheim trat von Beginn an entschlossen auf und suchte mutig den Weg nach vorn. Schmidt hatte schon vor dem Anpfiff betont, seine Mannschaft habe seit Wochen nichts mehr zu verlieren. Tatsächlich machte der FCH in den vergangenen sechs Spieltagen sieben Zähler auf die Konkurrenz gut.

Pfiffe für allzu sorglose Kölner

Beim FC war die Anspannung nach dem gesicherten Klassenerhalt spürbar geringer. Stamm-Innenverteidiger Jahmai Simpson-Pusey war am Morgen zu spät zum Anschwitzen erschienen und wurde deshalb von Trainer René Wagner aus dem Kader gestrichen.

Wagner erklärte, man habe die ganze Woche über die Bedeutung der Begegnung gesprochen. Wenn ein Spieler dann am Spieltag zu spät komme, müsse das Konsequenzen haben und die Mannschaft das spüren. Der 37-Jährige, der nach der Trennung von Lukas Kwasniok im März vom Co- zum Interimstrainer geworden war, soll in den kommenden Tagen als dauerhafte Lösung bestätigt werden.

Torwartwechsel bei Heidenheim wird belohnt

Ohne Simpson-Pusey wirkte Kölns Defensive gerade in der Anfangsphase unsortiert. Cenk Özkacar leistete sich vor dem ersten Gegentor gleich mehrere folgenschwere Fehler. Nach Schöppners Kopfballtreffer gelang den Gastgebern zwar umgehend der Ausgleich, als Bülter aus spitzem Winkel kraftvoll abschloss. Heidenheims Torhüter Frank Feller war dabei ohne Abwehrchance.

Die Berufung Fellers in die Startelf war eine Überraschung. Schmidt hatte den 22-Jährigen zur neuen Nummer eins gemacht und Diant Ramaj nach dessen schwacher Leistung beim 3:3 in München auf die Bank gesetzt.

Einen einzelnen Auslöser für den Torwartwechsel nannte Schmidt nicht. Feller hatte sich vor der Saison schwer am Knie verletzt, lange gefehlt und sich im Training zuletzt laut seinem Coach wieder auf ein „absolutes Toplevel“ gebracht. Auch in möglichen Relegationsspielen soll er im Tor bleiben.

Schöppner macht den Deckel drauf

Noch vor der Pause stellte Ibrahimovic die Führung für Heidenheim wieder her. Auch bei diesem Treffer sah die Kölner Abwehr nicht gut aus. Die Gäste blieben gegen den phasenweise zu sorglosen FC die aktivere Mannschaft, spielten manche Angriffe aber zu umständlich aus und verpassten weitere Treffer noch vor dem Seitenwechsel. Die Reaktion der Kölner Fans folgte prompt: Mit Pfiffen ging es in die Kabinen.

Nach der Pause trat Köln zunächst energischer auf und suchte verstärkt den Weg nach vorne. Dadurch ergaben sich für Heidenheim Räume zum Kontern, die zunächst jedoch nicht sauber genutzt wurden. Erst rund 20 Minuten vor dem Ende sorgte Schöppner mit seinem zweiten Treffer endgültig für die Entscheidung.

Damit lebt das Rettungswunder auf der Ostalb weiter – und die Bundesliga steuert auf ein Herzschlagfinale im Tabellenkeller zu.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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