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Monza-Schock: Gasly startet plötzlich von ganz vorn

Ferrari blamiert sich beim Heimspiel – und ausgerechnet ein Sensationsmann schnappt sich in Monza die Pole. Was lief da schief?

05.09.2026, 17:10 Uhr

Pierre Gasly startet beim Formel-1-Rennen in Monza völlig unerwartet von ganz vorn. Der Alpine-Pilot sicherte sich in der Qualifikation zum Großen Preis von Italien zum ersten Mal in seiner Karriere die Pole Position und überraschte damit die gesamte Konkurrenz.

Der Franzose sprach hinterher von einer fantastischen Runde und betonte, dass sich das Auto vom ersten Versuch an hervorragend angefühlt habe. Für Gasly ist der Erfolg in Monza besonders emotional: Sechs Jahre nach seinem Premierensieg im „Königlichen Park“ beendete er nun auch sein langes Warten auf den ersten besten Startplatz in der Formel 1. Sogar eine Liebeserklärung an Monza auf Italienisch ging ihm danach leicht über die Lippen.

Hinter Gasly landete Mercedes-Fahrer George Russell auf Platz zwei. Russell musste dem Franzosen damit zu dessen Coup gratulieren, nachdem er kurz vor dem Qualifying sogar schon eine Schachpartie gegen ihn verloren hatte. Ursprünglich wurde Oscar Piastri im McLaren als Dritter gewertet, später aber von den Rennkommissaren wegen einer Behinderung um drei Startplätze zurückversetzt.

Davon profitiert Ferrari trotz eines insgesamt enttäuschenden Heimauftritts: Charles Leclerc und Lewis Hamilton rücken dadurch auf die Positionen vier und fünf in der Wertung vor und bilden nun die zweite Startreihe für das Rennen am Sonntag (15.00 Uhr/Sky).

WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli fuhr seinen Mercedes zwar auf Rang sieben, muss wegen eines nicht erlaubten Motorenwechsels aber vom Ende des Feldes starten. In der Gesamtwertung der Weltmeisterschaft führt der Italiener weiterhin mit 59 Punkten Vorsprung vor seinem Teamkollegen Russell und Lewis Hamilton.

Für Ferrari verlief das Heimspiel über weite Strecken ernüchternd. Leclerc und Hamilton hatten schon im zweiten Qualifikationsabschnitt große Mühe, überhaupt in die Top Ten einzuziehen. Hamilton rettete sich nur mit einem Vorsprung von einer Tausendstelsekunde in die nächste Runde.

Auch aus deutscher Sicht gab es keinen Grund zum Jubeln: Für Nico Hülkenberg war als 13. im Audi erneut vorzeitig Schluss.

Besonders bemerkenswert ist Gaslys Coup auch wegen der Vorgeschichte. Erst einen Tag zuvor hatten Berufungsrichter ihm den Podestplatz aus Monaco nachträglich aberkannt. Die dort verhängten Zeitstrafen wegen Tempoverstößen in der Boxengasse wurden doch als rechtmäßig bestätigt. Den Frust darüber wandelte der 30-Jährige in Monza nun in seine bislang stärkste Qualifikationsleistung um. „Das ist ein besonderer Ort hier für mich“, sagte Gasly.

Bei den italienischen Fans stand neben Ferrari auch Antonelli im Fokus. Der 20-Jährige tritt als erster Italiener seit Alberto Ascari 1953 als WM-Führender in Monza an. Trotz Spekulationen über eine mögliche Ferrari-Zukunft bekannte sich Antonelli klar zu Mercedes. Der Rennstall begleite ihn seit seiner Kindheit, und er könne sich gut vorstellen, seine gesamte Karriere dort zu verbringen. Die Strafversetzung für sein Heimrennen nahm er demonstrativ gelassen und kündigte an, mit möglichst freiem Kopf ins Auto steigen zu wollen.

Deutlich größer ist der Druck bei Ferrari, vor allem für Hamilton. Der Brite hofft weiter auf seinen ersten Sieg in Rot in Monza und sprach offen über die besondere Bedeutung eines Erfolgs für die Scuderia in Italien. Er verwies auch auf die historische Dimension eines möglichen Triumphes als schwarzer Ferrari-Fahrer in Monza. Umso ernüchternder fiel das Ergebnis in der Startplatzjagd zunächst aus – auch wenn Ferrari durch Piastris Rückversetzung nachträglich noch etwas Boden gutmachte.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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