Der Bundesliga-Klassiker zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund verspricht diesmal besondere Spannung: Vor dem Duell in der Allianz Arena liegen beide Teams punktgleich an der Tabellenspitze. Nur die deutlich bessere Tordifferenz spricht derzeit für den Rekordmeister.
„Der Punktestand ist gleich. Das bedeutet automatisch Augenhöhe“, sagte Bayerns Sportvorstand Max Eberl vor dem Spiel am Samstagabend (18.30 Uhr/Sky). Man freue sich auf ein großes Spiel, wolle diese Gleichheit in der Tabelle aber mit einem Sieg beenden.
Auch Dortmunds Trainer Niko Kovac sieht ein außergewöhnlich enges Topspiel. Ganz Fußball-Deutschland freue sich auf dieses Aufeinandertreffen, sagte der frühere Bayern-Coach. Nach längerer Zeit fahre der BVB wieder mit gleicher Punktzahl nach München.
Offensivkraft gegen Defensivbollwerk
Sportlich treffen zwei Stärken direkt aufeinander: Bayern stellt mit 25 Treffern die torgefährlichste Offensive der Liga, Dortmund mit nur vier Gegentoren die stabilste Abwehr.
Im Fokus steht dabei vor allem Harry Kane, der nach einer aus seiner Sicht besonderen Woche mit viel Selbstvertrauen ins Spitzenspiel geht. Vor dem Anpfiff soll der Angreifer in der Arena noch einmal besonders geehrt werden und den Ballon d’Or mitbringen. Kane bezeichnete das Duell als das größte Bundesliga-Spiel für die Münchner.
Neben Kane sollen auch Spieler wie Michael Olise, Serge Gnabry, Ismael Saibari oder Nachwuchsmann Lennart Karl für Gefahr sorgen. Auf Dortmunder Seite ruhen viele Hoffnungen auf dem Defensivverbund um Nico Schlotterbeck und Waldemar Anton. Kovac machte deutlich, dass gegen Bayern nicht nur einzelne Duelle entscheidend seien: Alle elf Spieler müssten auf höchstem Niveau abliefern, dazu brauche man einen sehr starken Torhüter.
Neuer fehlt weiter, Urbig erneut im Tor
Nicht dabei sein wird erneut Manuel Neuer. Nach Angaben von Co-Trainer Aaron Danks kommt die Partie für den Torhüter noch zu früh, weil die Schmerzen im Fuß weiter anhalten. Deshalb wird wieder Jonas Urbig das Bayern-Tor hüten.
Danks vertritt auch diesmal Cheftrainer Vincent Kompany, der sich zu Hause von einer Hirnhautreizung erholt. Einen direkten Einfluss Kompanys während des Spiels soll es laut Danks nicht geben. Man nehme die Erkrankung sehr ernst, betonte der Assistent, und er habe klare Vorgaben, den Chefcoach nicht in sportliche Diskussionen hineinzuziehen.
Kimmich zurück im Teamtraining
Ein besonderes Comeback könnte es dennoch auf Münchner Seite geben: Joshua Kimmich ist nach rund anderthalb Wochen Auszeit und drei verpassten Pflichtspielen wieder nah an der Mannschaft. Der Nationalmannschaftskapitän hatte sich nach einem Todesfall im engsten Familienkreis bei seiner Familie aufgehalten.
Danks berichtete, Kimmich habe zunächst individuell gearbeitet und solle nun wieder mit der Mannschaft trainieren. Ob es bereits für die Startelf oder zumindest für den Kader reicht, blieb offen.
Eberl betonte, dass sich für Kimmich durch den Schicksalsschlag vieles verändert habe. „Das Leben ist anders für Jo jetzt“, sagte der Sportvorstand. Der Verein unterstütze den Mittelfeldspieler in dieser schwierigen Phase umfassend und nicht nur mit Worten.
Entscheidend sei, ob Kimmich sich bereit fühle, wieder in diesen veränderten Alltag zurückzukehren. Gemeinsam mit dem Trainerteam werde dann entschieden, ob ein Einsatz gegen Dortmund der richtige Schritt ist. Sollte Kimmich von Beginn an spielen, könnte er als Vertreter von Neuer auch die Kapitänsbinde tragen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber