Fußball

Klopp startet beim DFB: Das rollt jetzt auf Bayern zu

Klopp ist offiziell Bundestrainer – und Bayern-Boss Eberl verrät schon, bei welchen Spielen er erstmals auftauchen soll.

15.08.2026, 05:11 Uhr

Jürgen Klopp hat an seinem ersten offiziellen Arbeitstag als Bundestrainer Optimismus verbreitet, die Nähe zu den Bundesliga-Clubs gesucht und zugleich einen Fehler aus seiner Vorstellungs-Pressekonferenz eingeräumt. Im Video-Interview auf dfb.tv sagte der 59-Jährige selbstkritisch, er habe mit einigen Aussagen selbst die Vorlage dafür geliefert, dass eine angebliche „Medienschelte“ zur dominierenden Schlagzeile wurde. „Das war mein Fehler“, sagte Klopp.

Klopp erklärt Aussagen von seiner Vorstellung

Bei seiner Präsentation am 24. Juli hatte Klopp mit markanten Worten deutlich gemacht, dass er sich nicht an das Amt klammern werde. Wenn man ihn nicht mehr wolle, gehe er ohne Abfindung. Eine klare Grenze zog er zudem beim Schutz seiner Familie. Sportliche Kritik hingegen sei für ihn kein Problem, daran wolle er arbeiten, wenn etwas nicht funktioniere.

Nun erklärte Klopp, er habe damals vor allem eines klarstellen wollen. Nach seinem Abschied vom FC Liverpool 2024 habe sich die englische Boulevardpresse auf ihn und seine Familie gestürzt „wie die Fliegen auf Honig“. Seine Botschaft sei deshalb gewesen: So etwas solle sich nicht noch einmal wiederholen.

Trotzdem betonte Klopp erneut, dass er „wirklich große Lust“ auf die neue Aufgabe habe. Wenn aber die große Mehrheit irgendwann meine, dass er nicht mehr der Richtige sei, würde er sich nicht aufdrängen.

Wohlfühlstart beim DFB

In Frankfurt fühlt sich der Nachfolger von Julian Nagelsmann nach eigenen Worten bereits sehr gut aufgehoben. Er sei „ganz toll aufgenommen“ worden und habe schnell gemerkt, dass beim DFB „richtig gute Leute“ arbeiten. Nach der enttäuschenden WM müsse deshalb nicht alles von Grund auf neu aufgebaut werden. Klopp formulierte es so, dass man nicht erst „bei null anfangen“ müsse.

Schulterschluss mit der Liga

Mit einigen Bundesliga-Trainern hat Klopp nach eigener Aussage bereits versucht, Termine zu vereinbaren. Ihm ist wichtig, dass Nationalmannschaft und Vereine sich wirklich als Partner verstehen – auch mit Blick auf die Belastungssteuerung.

Noch kein Austausch mit Spielern – und klare Worte zu El Mala

Mit Spielern selbst habe er bislang noch keinen Kontakt aufgenommen. Das wolle er in den kommenden Wochen in Ruhe nachholen. Klopp sagte, die Spieler kenne er zwar, die Person hinter dem Spieler aber nicht in jedem Fall.

Dabei nahm er auch Stellung zu Spekulationen um Kölns Jungstar Said El Mala. In sozialen Netzwerken und einigen Medien war behauptet worden, Klopp habe einen Wechsel des 19-Jährigen zu seinem Ex-Club Borussia Dortmund befürwortet. Das wies der Bundestrainer deutlich zurück.

„Es hat mich so ein bisschen auch beleidigt“, sagte Klopp. Es sei abwegig zu glauben, seine erste Amtshandlung als Bundestrainer sei ein Anruf bei einem Spieler mit einer Transferempfehlung Richtung BVB gewesen. Genau das habe er natürlich nicht getan. Der Dortmunder Club war an El Mala interessiert, konnte sich mit dem 1. FC Köln aber nicht auf eine Ablöse einigen.

Klopp will Länderspiele wieder zum Highlight machen

Von solchen Gerüchten will sich Klopp die Stimmung nicht verderben lassen. „Ich gehe es voller Optimismus an“, sagte er. Sein Ziel sei es, dass ein Länderspiel nicht nur zwischen zwei anderen Höhepunkten liege, sondern selbst wieder ein Highlight werde – für die Spieler ebenso wie für die Zuschauer.

Austausch mit dem DFB-Nachwuchs

Mit den Trainern der U19-, U20- und U21-Nationalmannschaften hat Klopp bereits gesprochen. Sein Eindruck: Alle Altersklassen sollen gemeinsam an einer Idee für die Nationalmannschaft arbeiten. Sein Signal an die Trainer sei gewesen, dass sie zusammen die deutsche Nationalmannschaft entwickeln – nur eben auf unterschiedlichen Stufen.

Ein wichtiger Ansprechpartner ist für ihn dabei U20-Coach Hannes Wolf, der das Nachwuchskonzept des DFB vorantreibt. Klopp nannte dieses Konzept „großartig“ und sagte, er glaube „zu hundert Prozent“ an dessen Erfolg. Wenn er helfen könne, auch andere von diesem Weg zu überzeugen, wolle er das gerne tun.

Supercup und Bundesliga-Spiele im Blick

Klopp will sich schon bald auch vor Ort ein Bild machen. Den Supercup zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund in der kommenden Woche möchte er im Stadion verfolgen. Außerdem plant er Besuche bei einigen der ersten Bundesliga-Partien.

Erstes Länderspielfenster ab Ende September

Rund einen Monat nach seinem Amtsantritt steht für Klopp bereits das erste Länderspielfenster an. In der Nations League gibt er am 24. September auswärts in den Niederlanden sein Debüt.

Danach folgen die Spiele gegen Griechenland am 27. September und 4. Oktober sowie gegen Serbien am 1. Oktober.

Mit Blick auf seine neue Rolle zeigte sich Klopp locker und humorvoll. „Im Moment ist es der beste Job der Welt, noch kein Spiel verloren“, sagte er lachend. Gleichzeitig schob er hinterher, dass es natürlich nicht so bleiben müsse und Rückschläge zum Weg dazugehören könnten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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