Sieg zum Auftakt, aber Sorgen um Karetsas
Borussia Dortmund ist mit einem hart erkämpften 3:2 (0:0) gegen den FC Villarreal in die Champions League gestartet. Der verdiente Erfolg vor 77.500 Zuschauern wurde jedoch von den gesundheitlichen Problemen bei Neuzugang Konstantinos Karetsas überschattet, der bereits in der ersten Halbzeit mit Kreislaufproblemen auf einer Trage vom Feld gebracht werden musste.
„Es war natürlich super bitter, dass der zweite Grieche jetzt auch vom Platz gehen musste“, sagte BVB-Torwart Gregor Kobel nach der Partie bei Prime. „Ich hoffe, dass alles okay ist und er schnell wieder fit zurück bei uns ist.“
Trotz des Schocks steigerte sich der BVB nach der Pause deutlich. Ein Eigentor von Renato Veiga brachte Dortmund in Führung (53.), Serhou Guirassy legte mit Treffern in der 80. Minute und per Foulelfmeter in der 85. Minute nach. Für Villarreal trafen Santiago Mouriño (66.) sowie Guirassy mit einem unglücklichen Eigentor in der Nachspielzeit (90.+3).
Trotz seines späten Missgeschicks hatte Guirassy mit seinem Doppelpack entscheidenden Anteil am Sieg. „Die Gegentore hätte es nicht geben müssen, daran müssen wir arbeiten“, sagte der Stürmer. „Wir sind natürlich froh, dass wir das Spiel letztendlich gewonnen haben. Das gibt Selbstvertrauen für die restliche Saison.“
Villarreal erwischt den besseren Start
Schon beim Aufwärmen sorgten die Dortmunder Anhänger mit lauten Gesängen und reichlich Pyrotechnik für eine intensive Atmosphäre. Die spanischen Fans konnten akustisch kaum dagegenhalten – auch weil laut Stadionsprecher Norbert Dickel exakt 39 Villarreal-Anhänger im Stadion waren.
Auf dem Rasen kamen zunächst die Gäste besser in die Partie. Pau Navarro und Tani Oluwaseyi ließen erste Möglichkeiten liegen, weil sie ihre Abschlüsse aus guter Position nicht sauber setzten. Noch größer war die Chance für Georges Mikautadze nach rund 15 Minuten, doch selbst frei vor Gregor Kobel stellte er den Dortmunder Torhüter aus kurzer Distanz nicht ernsthaft vor Probleme.
Guirassy vergibt, Karetsas bricht plötzlich zusammen
Dortmund hatte zwar mehr Ballbesitz, konnte damit im ersten Durchgang jedoch nur wenig anfangen. Die beste BVB-Gelegenheit vergab Guirassy, der eine Hereingabe von Maximilian Beier in der Mitte knapp verpasste. Ansonsten blieb es vor dem Villarreal-Tor weitgehend harmlos.
Noch schwerer wog aus Dortmunder Sicht allerdings der Ausfall von Karetsas. Der 18-Jährige sank ohne Fremdeinwirkung plötzlich zu Boden und musste wegen Kreislaufproblemen behandelt werden. Anschließend wurde er mit der Trage vom Platz gebracht und hielt sich dabei den linken Arm vor das Gesicht. Noch während der Partie kam er zur weiteren Untersuchung ins Krankenhaus. Nach Angaben des Vereins gehe es dem Griechen den Umständen entsprechend gut.
Für ihn wurde Ethan Nwaneri eingewechselt, der erst spät in der Transferphase verpflichtet worden war – als Reaktion auf den Kreuzbandriss von Giannis Konstantelias, ebenfalls ein Neuzugang und Landsmann von Karetsas.
Viel Action nach der Pause
Nwaneri fügte sich sofort gut ein und brachte mehr Tempo in das Dortmunder Offensivspiel. Seine ersten Abschlüsse wurden allerdings noch geblockt. Auf der anderen Seite bewahrte Kobel seine Mannschaft mit einer starken Parade gegen Tajon Buchanan vor einem Rückstand.
Nach dem Seitenwechsel trat der BVB deutlich verbessert auf. Zunächst fehlte noch das Glück, als ein abgefälschter Schuss von Nwaneri am Pfosten landete. Wenig später fiel dann doch das 1:0: Nach einem scharfen Zuspiel von Beier bugsierte Veiga den Ball unglücklich ins eigene Tor.
Guirassy entscheidet die Partie
Villarreal gab sich davon jedoch nicht geschlagen. Erst ließen die Gäste weitere Möglichkeiten liegen oder scheiterten am starken Kobel, dann gelang Mouriño nach einer Ecke der Ausgleich.
Dortmund reagierte darauf energisch, erhöhte den Druck und kam erneut zu guten Chancen. Guirassy stellte mit seinem Treffer zum 2:1 die Führung wieder her und machte kurz darauf mit einem verwandelten Strafstoß den Doppelpack perfekt. In der Nachspielzeit wurde es durch sein Eigentor nach einem Freistoß zwar noch einmal spannend, doch zum Ausgleich kam Villarreal nicht mehr.
In den Schlusssekunden warfen die Spanier noch einmal alles nach vorne, blieben aber erfolglos. Der Frust war groß: Eigentorschütze Veiga zerriss nach dem Abpfiff vor Wut den Kragen seines Trikots.
So stand für den BVB am Ende ein erfolgreicher Start in die Königsklasse – auch wenn die Sorge um Karetsas den Abend deutlich überschattete.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber