Volleyball-EM: Deutsches Team dreht Spiel gegen Bulgarien und erreicht das Viertelfinale
Die deutschen Volleyballer stehen nach einem starken Comeback im Viertelfinale der Europameisterschaft. In Sofia setzte sich die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbands gegen Gastgeber und Vizeweltmeister Bulgarien nach 0:2-Satzrückstand noch mit 3:2 (21:25, 21:25, 25:19, 25:23, 15:12) durch. In der Runde der letzten Acht wartet am Dienstag nun Topfavorit Polen, aktueller Titelverteidiger und Nummer eins der Weltrangliste. Bester Punktesammler im Team von Bundestrainer Massimo Botti war Erik Röhrs mit 20 Zählern.
„Das war unsere Energie auf dem Feld. Alle zusammen, wie eine Familie“, sagte Mittelblocker Anton Brehme nach dem Erfolg.
Tille fällt verletzt aus
Obwohl Deutschland vier seiner fünf Vorrundenspiele gewonnen hatte, ging die Mannschaft nicht als Favorit in die Begegnung. Ein Grund war der nächste personelle Rückschlag: Zuspieler Johannes Tille fehlte wegen eines Mittelfußbruchs. Für ihn rückte Kapitän Jan Zimmermann in die Startformation.
Vor mehr als 10.000 lautstarken Zuschauern in der Arena 8888 entwickelte sich von Beginn an eine hitzige Atmosphäre. Die Fans trieben Bulgarien lautstark nach vorne. Schon vor dem Spiel hatte Diagonalangreifer Erik Röhrs gewarnt, dass die Partie vor dieser Kulisse extrem schwer werden würde.
Bulgariens Aufschläge setzen Deutschland unter Druck
Im ersten Satz leisteten sich die Bulgaren zunächst zwar einige Ungenauigkeiten, doch Deutschland konnte daraus zu wenig Kapital schlagen. Vor allem im Aufschlag unterliefen der DVV-Auswahl zu viele Fehler. Bulgarien machte es besser und kam insbesondere über Außenangreifer Aleksandar Nikolov zu wichtigen Punkten. Seine druckvollen Angriffe mit deutlich über 120 km/h brachten die Gastgeber früh auf Kurs.

Auch im zweiten Durchgang musste Deutschland meist einem Rückstand hinterherlaufen. Röhrs sorgte mit einem Ass zwar zwischenzeitlich für den 4:4-Ausgleich, doch Bulgarien setzte sich danach erneut ab. Besonders Simeon Nikolov überzeugte mit gelungenen Zuspielen. Zwar kämpfte sich die deutsche Mannschaft immer wieder heran, doch die starken Aufschläge der Gastgeber gaben weiterhin den Ausschlag.
Deutschland kämpft sich zurück
Im dritten Satz kippte die Partie dann. Erstmals gelang es Deutschland, selbst mit einer Führung zu spielen. Bulgarien wurde fehleranfälliger, während Zimmermann seine Angreifer besser einsetzte. Röhrs stellte mit einem erfolgreichen Angriff auf 18:15, Brehme steuerte weitere wichtige Punkte bei. Ein Ass von Tobias Brand brachte schließlich den Satzerfolg und den Anschluss.
Danach entwickelte sich ein enges Spiel auf Augenhöhe. Aleksandar Nikolov kam nun deutlich seltener zur Geltung. Ein Dreierblock brachte Deutschland mit 17:16 in Front. Anschließend sorgte Aufschlagspezialist Tim Peter mit einer starken Serie für ein kleines Polster. Den Satzausgleich sicherte Brand mit einem Angriff über die Hände des gegnerischen Blocks.
Entscheidung im Tiebreak
Im fünften Satz zeigte sich die deutsche Offensive weiter stabil. Röhrs übernahm viel Verantwortung und ging in wichtigen Momenten voran. Bulgarien hielt zwar dagegen und punktete auch in schwierigen Situationen, doch ein Block von Brand zum 10:8 war ein wichtiger Schritt Richtung Sieg. Kurz darauf rettete Moritz Reichert einen Ball spektakulär und ermöglichte damit deutsche Matchbälle. Die Entscheidung fiel schließlich durch einen Aufschlagfehler der Bulgaren.
Damit belohnte sich die DVV-Auswahl für eine starke Moral und darf nun vom nächsten Coup gegen Polen träumen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber