Kimi Antonelli kann sich in Mexiko-Stadt immer stärker auf eine mögliche Titelparty einstellen. Nach seinem krankheitsbedingten Fehltag wegen einer Virusinfektion meldete sich der 20 Jahre alte Italiener auf dem Autódromo Hermanos Rodríguez eindrucksvoll zurück. Im ersten freien Training fuhr der Mercedes-Pilot auf Rang zwei, im zweiten Training belegte er Platz vier.
Leclerc im Ferrari erneut der Schnellste
Schnellster Fahrer des Tages war in beiden Sessions Charles Leclerc im Ferrari. Im ersten Training verwies er Antonelli auf Platz zwei. Die drittschnellste Zeit setzte dort Mercedes-Nachwuchsfahrer Frederik Vesti, der in den ersten 60 Minuten das Cockpit von George Russell übernommen hatte. Lewis Hamilton wurde im zweiten Ferrari Vierter. Nico Hülkenberg, der einzige deutsche Fahrer im Feld, kam im Audi zunächst auf Rang 13.
Für das Formel-1-Rennen an diesem Sonntag um 21.00 Uhr MEZ reicht Antonelli bereits ein neunter Platz, um sich vorzeitig zum Weltmeister zu krönen. Damit würde er zugleich der jüngste Champion der Formel-1-Geschichte werden und Sebastian Vettel ablösen. Der Deutsche war bei seinem ersten Titelgewinn 2010 bereits 23 Jahre alt und holte danach noch drei weitere Meisterschaften in Serie.
Auch im zweiten Training vorne dabei
Im zweiten freien Training bestätigte Antonelli seine starke Form und landete auf Platz vier. Vor ihm lagen erneut Leclerc sowie Weltmeister Lando Norris im McLaren und Mercedes-Teamkollege George Russell. Verstappen kam mit einem beschädigten Auto nicht über Rang fünf hinaus. Hülkenberg belegte in der zweiten Einheit den 15. Platz.
Russell und Hamilton haben in der WM-Wertung nur noch rechnerische Chancen auf den Titel. Russell liegt als Zweiter 123 Punkte hinter Antonelli zurück, Hamilton als Dritter 124.
Hamilton muss Ferrari abstellen
Für Hamilton endete das zweite Training vorzeitig. Der siebenmalige Weltmeister funkte an die Box, dass mit der Leistung seines Ferrari etwas nicht stimme. Nach knapp einer halben Stunde stellte der 41-Jährige seinen Wagen am Streckenrand ab. Anschließend wurde er per Motorrad zurück ins Fahrerlager gebracht und winkte unterwegs den Fans zu.
Verstappen und Lawson geraten aneinander
Für Aufsehen sorgte im zweiten Training ein Duell zwischen Max Verstappen und Liam Lawson von den Racing Bulls. Zunächst zog Verstappen am Neuseeländer vorbei, kurz darauf konterte Lawson. Vor der letzten Kurve geriet Verstappen nach einer Berührung der beiden Autos unter Druck und trug dabei einen Schaden davon. Der Niederländer musste daraufhin zunächst an die Box.
Besonders brisant: Lawson war in dieser und in der vergangenen Saison bereits für Red Bull im Einsatz und kämpft um seine Zukunft bei den Racing Bulls. Entsprechend kritisch fiel Verstappens Einschätzung aus. Bei Sky sagte der Niederländer, er würde den Vorfall nicht als unglücklich bezeichnen. Lawson habe sich "vielleicht nicht unbedingt" besonders klug verhalten. Verstappen ergänzte, an seinem eigenen Wochenende werde das wenig ändern, an Lawsons Stelle hätte er sich im Kampf um ein Cockpit aber etwas cleverer verhalten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber