Iran

Weltbank warnt: Teurer Dünger bedroht das Essen

Was der Krieg im Iran jetzt auslöst, könnte Millionen der Ärmsten hart treffen: Weil weniger Gas exportiert wird, gerät die Düngerproduktion ins Stocken – mit womöglich verheerenden Folgen weltweit.

28.04.2026, 15:30 Uhr

Steigende Preise für Düngemittel gefährden nach Einschätzung der Weltbank die Ernährungssicherheit von Millionen Menschen weltweit. In einem aktuellen Rohstoffbericht geht das Institut davon aus, dass die Kosten in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr um 31 Prozent zulegen werden. Für viele Landwirte bedeutet das, dass sie so viel für Dünger zahlen müssen wie zuletzt 2022, als der Beginn des russischen Angriffskriegs eine Energiekrise auslöste und den Hunger in vielen Regionen verschärfte.

Die Weltbank warnt, dass die höheren Ausgaben die Gewinne der Bauern deutlich schmälern und zugleich die Ernteerträge unter Druck setzen könnten. Das hätte direkte Folgen für die Verfügbarkeit und die Bezahlbarkeit von Lebensmitteln. Nach Angaben des UN-Welternährungsprogramms könnten bis zu 45 Millionen weitere Menschen von Hunger betroffen sein, falls sich der Konflikt im Nahen Osten weiter hinzieht.

Für das kommende Jahr rechnet die Weltbank zwar mit einer gewissen Entspannung beim Preisanstieg. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass die durch den Krieg mit Iran beeinträchtigten Exporte von Düngemitteln und Rohstoffen nicht über den Mai hinaus behindert bleiben. Außerdem dürften die Erdgaspreise in diesem Szenario nicht erneut das Rekordniveau von 2022 erreichen.

Weltbank erwartet kräftigen Kostenschub

Nach Einschätzung des Instituts dürfte der Krieg mit Iran den stärksten Anstieg der Energiepreise seit vier Jahren verursachen. Dem Bericht zufolge könnten die Energiepreise 2026 im Jahresvergleich um 24 Prozent steigen. Für Rohstoffe insgesamt wird ein Plus von 16 Prozent erwartet. Neben der Energiekrise und den steigenden Düngemittelpreisen dürften auch bestimmte Metalle zu dieser Entwicklung beitragen.

Als zentrale Ursache nennt die Weltbank die angespannte Lage in der Straße von Hormus. Über diese Route wird ihren Angaben zufolge mehr als ein Drittel des weltweiten seebasierten Rohölhandels transportiert. Iran und die USA behindern die wichtige Meerenge inzwischen auf unterschiedliche Weise. Dadurch sei der größte Schock für die Ölversorgung seit Beginn der Aufzeichnungen ausgelöst worden.

Chefökonom warnt vor schweren Folgen für arme Länder

Weltbank-Chefökonom Indermit Gill erklärte, der Krieg belaste die Weltwirtschaft in mehreren Etappen. Zunächst verteuere sich Energie, danach zögen die Lebensmittelpreise an und am Ende steige die Inflation. Das könne wiederum höhere Zinsen nach sich ziehen und die Kosten für Schulden weiter verschärfen.

Besonders hart treffe diese Entwicklung nach seinen Worten die ärmsten Menschen der Welt. Auch viele Entwicklungsländer litten bereits unter einer hohen Schuldenlast. Gill betonte: „All dies erinnert an eine bittere Wahrheit: Krieg ist Entwicklung in umgekehrter Richtung.“

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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