Nach dem abgebrochenen Startversuch der Rakete „Spectrum“ rechnet Bundesforschungsministerin Dorothee Bär mit einem neuen Anlauf in naher Zukunft.
Bei einem Besuch im norwegischen Tromsø sagte die CSU-Politikerin auf Anfrage, man hoffe, dass der Start in den kommenden Wochen erfolgen könne, sobald die technischen Probleme gelöst seien.
Bär zeigt sich zuversichtlich
Entscheidend seien nun passende Wetterbedingungen und eine einwandfrei funktionierende Technik. Ohne sich zu weit festlegen zu wollen, halte sie einen Start noch in der ersten Jahreshälfte für möglich – vorausgesetzt, alle technischen Anforderungen würden erfüllt.
Deutschland stehe dazu in engem Kontakt mit Norwegen, erklärte Bär weiter. Aus Sicherheitsgründen gebe es derzeit keine grundsätzlichen Hindernisse mehr. Nun komme es vor allem auf die Technik und günstiges Wetter an. Sie sei überzeugt, dass der Start gelingen könne.
Das deutsche Raumfahrt-Start-up Isar Aerospace hatte bereits im vergangenen Jahr vom Weltraumbahnhof auf der norwegischen Insel Andøya aus eine „Spectrum“-Rakete gestartet. Das Trägersystem ist dafür ausgelegt, Satelliten in niedrige Erdumlaufbahnen zu bringen. Der Flug endete jedoch nach rund 30 Sekunden mit einem Absturz.
Ein weiterer Teststart musste Anfang des Monats kurz vor dem Abheben wegen technischer Schwierigkeiten abgesagt werden. Schon zuvor war der Termin mehrfach verschoben worden – zunächst aus technischen Gründen, zuletzt aber auch deshalb, weil ein norwegischer Fischer mit seinem Boot die Sicherheitszone nicht rechtzeitig verlassen hatte.
Große Erwartungen in Europas Raumfahrt
Auf der „Spectrum“, die Nutzlasten von bis zu einer Tonne transportieren kann, lasten hohe Erwartungen in der europäischen Raumfahrt. Nach erfolgreicher Serienreife soll sie zivile wie auch militärische Satelliten in einige hundert Kilometer hohe Erdorbits bringen.
Bislang ist Europa beim Transport von Satelliten ins All in hohem Maß auf das US-Unternehmen SpaceX von Elon Musk angewiesen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion