Politik

Umfrage enthüllt: Kaum Lust auf harte Reformen

Alle wollen Reformen – doch wenn’s ans eigene Geld geht, schwindet die Bereitschaft. Das zeigt das neue ZDF-Politbarometer.

22.05.2026, 09:47 Uhr

Die Mehrheit der Menschen in Deutschland hält laut einer Umfrage tiefgreifende Reformen trotz möglicher finanzieller Nachteile für notwendig. Gleichzeitig nehmen viele in der Bevölkerung nur wenig Bereitschaft wahr, solche Veränderungen mitzutragen. Im ZDF-Politbarometer bezeichneten 89 Prozent Reformen etwa bei Rente, Arbeitsmarkt und Gesundheit als wichtig. 75 Prozent meinten jedoch, dass es dafür in der Gesellschaft kaum oder gar keine Bereitschaft gebe.

Bei der Frage nach der eigenen Haltung zeigte sich ein gemischtes Bild: 23 Prozent sagten, sie wollten im Zuge von Reformen überhaupt keine Belastungen akzeptieren. 43 Prozent wären nur zu eher begrenzten Einschnitten bereit. Rund ein Drittel erklärte dagegen, auch größere Lasten tragen zu wollen — 29 Prozent große und 3 Prozent sogar sehr große.

Zugleich überwiegt der Zweifel daran, dass die schwarz-rote Bundesregierung ihre Vorhaben rechtzeitig umsetzt. Drei Viertel der Befragten glauben nicht, dass bis zum Sommer wie angekündigt Reformpläne für Steuern, Arbeitsmarkt und Rente vorgelegt werden. Nur 24 Prozent trauen der Koalition dies zu.

Union fällt in der Sonntagsfrage auf 24 Prozent

Auch bei den Parteiwerten bleibt die Zustimmung für die Regierungsparteien gering. In der Sonntagsfrage kommt die Union nur noch auf 24 Prozent und verliert damit innerhalb von zwei Wochen einen Punkt. Die SPD bleibt bei 12 Prozent und damit auf ihrem bisherigen Tiefstand. Die AfD liegt trotz eines Minus von einem Punkt mit 26 Prozent weiter vorne. Die Grünen verbessern sich auf 15 Prozent, die Linke auf 12 Prozent. Die FDP verharrt bei 3 Prozent.

Für die Erhebung im Auftrag des ZDF befragte die Forschungsgruppe Wahlen zwischen dem 19. und 21. Mai insgesamt 1.340 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte per Telefon und online. Nach Angaben des Instituts ist die Umfrage repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland.

Wie bei allen Wahlumfragen gibt es auch hier Unsicherheiten. Schwächere Bindungen an Parteien und oft sehr kurzfristige Wahlentscheidungen erschweren die genaue Gewichtung der Daten. Zudem zeigen solche Befragungen lediglich ein aktuelles Stimmungsbild und erlauben keine sichere Vorhersage des tatsächlichen Wahlausgangs.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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