Fußball

Nur 14 Gramm: Diese WM-Kamera landet jetzt im Museum

Nur 14 Gramm schwer – und trotzdem historisch: Warum die WM-Schiedsrichterkamera jetzt im Deutschen Museum landet.

21.10.2026, 17:07 Uhr

Schiedsrichterkamera vom WM-Finale 2026 im Deutschen Museum

Eine nur 14 Gramm leichte Kamera, deren Aufnahmen weltweit Aufmerksamkeit erhielten, ist nun im Deutschen Museum in München zu sehen. Wie das Museum mitteilte, hat Riedel Communications die sogenannte RefCam übergeben. Ausgestellt ist sie im Bereich „Foto und Film“ – direkt gegenüber einer Daguerre-Kamera von 1839, die rund sieben Kilogramm wiegt.

Technik aus einem historischen Fußballmoment

Die Mini-Kamera war beim Finale der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA im Einsatz. Sie befand sich am Headset des Schiedsrichters Slavko Vinčić auf Augenhöhe und hielt das Spiel aus seiner Sicht fest. Dazu zählte auch das entscheidende Tor für den späteren Weltmeister Spanien in der 106. Minute.

Museums-Generaldirektor Michael Decker betonte, ihn faszinierte besonders die starke Verkleinerung der Technik bei gleichzeitig deutlich verbesserter Bildqualität. Für Sportfans sei außerdem spannend, dass die Perspektive des Schiedsrichters durch die Kamera unmittelbar erlebbar werde. Damit passe das Exponat ideal in die Sammlung des Hauses, das seit 120 Jahren die Entwicklung der Kameratechnik dokumentiere.

Die RefCam liefert HD-Bilder direkt aus der Sicht des Unparteiischen. Zusätzlich wird auch Ton übertragen. So entsteht für das Fernsehpublikum der Eindruck, selbst mitten auf dem Spielfeld zu stehen.

Zunächst für Schulungszwecke entwickelt

Nach Angaben des Museums war die Kamera ursprünglich für die Ausbildung von Schiedsrichtern gedacht. Inzwischen werden ihre Bilder auch in TV-Übertragungen genutzt.

Thomas Riedel erklärte, bei der Entwicklung habe vor allem im Vordergrund gestanden, eine extrem leichte Kamera zu bauen, die Schiedsrichter nicht beeinträchtige und dennoch sendetaugliche Aufnahmen in hoher Qualität ermögliche. Dass dieses System nun dauerhaft im Deutschen Museum präsentiert werde, sei eine besondere Auszeichnung.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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