Grüne in Bayern stellen Maßnahmen für mehr Familienfreundlichkeit vor
Die bayerischen Grünen-Politikerinnen Katharina Schulze und Julia Post haben ein Konzept präsentiert, das den Alltag von Familien spürbar erleichtern soll. Aus ihrer Sicht reichten symbolische Bekenntnisse nicht aus – nötig seien konkrete Verbesserungen im täglichen Leben. Schulze, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, betonte, dass eine stärkere Unterstützung von Familien auch dem gesellschaftlichen Zusammenhalt, der Gleichberechtigung und dem Arbeitsmarkt zugutekomme. Familien trügen jeden Tag große Verantwortung, deshalb müsse Politik Belastungen abbauen statt neue Hürden schaffen.
Niedrigere Steuern auf Windeln und andere Babyartikel
Ein zentraler Vorschlag ist, Windeln und andere wichtige Babyprodukte günstiger zu machen. Nach dem Willen der Grünen sollen solche Alltagsartikel nur noch mit dem ermäßigten Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent belegt werden. Darüber hinaus sprechen sich Schulze und Post für mehr gut zugängliche Wickel- und Stillmöglichkeiten im öffentlichen Raum aus. Auch Spielplätze sollen stärker als Treffpunkte für ganze Nachbarschaften gedacht werden.
Daneben fordert das Programm familiengerechtere Arbeitsbedingungen. Genannt werden unter anderem flexiblere Arbeitszeiten, mehr Möglichkeiten für Homeoffice, besser angepasste Schichtmodelle sowie eine zuverlässige Ferienbetreuung für Grundschulkinder.
Familienpolitik als zentrales Thema
Nach Ansicht der Grünen darf Familienfreundlichkeit nicht als Randthema behandelt werden. Vielmehr sei sie eine Schlüsselfrage für Bayern, weil Familien die Grundlage des gesellschaftlichen Miteinanders bildeten. Ein modernes Land müsse so organisiert sein, dass sich Kindererziehung, Beruf und Alltag miteinander vereinbaren lassen.
Alltag vieler Eltern ist politisch mitverursacht
Julia Post, frauenpolitische Sprecherin der Landtagsgrünen, erklärte, viele Eltern reduzierten ihre Arbeitszeit nicht aus mangelndem Einsatz, sondern weil die Rahmenbedingungen sie dazu zwängen. Wenn Kita-Zeiten, Beruf, Schichtarbeit, Schulferien und unbezahlte Sorgearbeit nicht zusammenpassten, sei das kein individuelles Versagen, sondern eine politische Herausforderung.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion