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Spionage-Schock in Bayern: Polizei schnappt zwei mutmaßliche Agenten – was steckt dahinter?

Was wie eine harmlose Kontrolle auf der A6 in Bayern begann, sorgt plötzlich für brisante Fragen: In einem Auto mit zwei Männern stoßen Polizisten auf verdächtige Gegenstände. Steckt hinter dem Fund womöglich mehr – und sind es ausländische Agenten?

23.04.2026, 10:47 Uhr

Zwei mutmaßliche ausländische Agenten nach Kontrolle auf A6 in Bayern in U-Haft

Bei einer routinemäßigen Polizeikontrolle in Bayern sind womöglich zwei mutmaßliche ausländische Agenten aufgegriffen worden. Nach Angaben des Landeskriminalamts (LKA) in München wurden ein 45-jähriger Mann aus Lettland und ein 43-jähriger Mann aus der Ukraine bereits am 12. April auf der Autobahn 6 bei Neuendettelsau in Mittelfranken festgenommen. Beide sitzen seitdem in Untersuchungshaft.

Für wen die Männer gearbeitet oder spioniert haben sollen, ist weiterhin unklar. Das LKA erklärte lediglich, es bestehe der Verdacht, dass sie im Auftrag einer Vereinigung oder Einrichtung außerhalb Deutschlands gehandelt hätten. Auch die Generalstaatsanwaltschaft München, die den Haftbefehl beantragt hatte, wollte zunächst keine weiteren Einzelheiten nennen.

Nach bisherigen Erkenntnissen waren die beiden Männer nicht zur Fahndung ausgeschrieben und den deutschen Sicherheitsbehörden zuvor offenbar nicht bekannt. Aus Sicherheitskreisen hieß es, sie sollen wohl eine Person ausgespäht haben. Dass die Kontrolle auffiel, soll nach bisherigem Stand mit den vorgelegten Papieren zusammenhängen.

Verdächtige Gegenstände im Auto entdeckt

Bei der Durchsuchung des Fahrzeugs stellten die Beamten laut LKA mehrere verdächtige Gegenstände sicher. Dazu zählten gefälschte Ausweisdokumente, Kameras, eine Drohne, GPS-Tracker, Funkgeräte sowie mehrere Telefone und SIM-Karten.

Die beiden Männer waren mit dem Auto in Richtung Waidhaus/Pilsen und damit nach Tschechien unterwegs. Beide haben keinen festen Wohnsitz in Deutschland.

Ermittelt wird gegen sie wegen des Verdachts der Agententätigkeit zu Sabotagezwecken sowie wegen des Verschaffens gefälschter Ausweise.

Innenminister spricht von wichtigem Ermittlungserfolg

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann wertete den Fall als wichtigen Ermittlungserfolg. Dieser zeige, dass die Behörden konsequent gegen Spionage und ausländische Agententätigkeiten vorgingen. Angesichts wachsender Bedrohungen rief er zugleich zur Wachsamkeit auf: Niemand sei davor gefeit, Opfer von Sabotage, Spionage oder Desinformation zu werden.

Nach seiner Einschätzung nehmen entsprechende Gefahren in Deutschland und auch in Bayern zu und werden die Sicherheitsbehörden weiter intensiv beschäftigen.

Verfassungsschutz sieht deutlich höhere Spionagegefahr

Auch nach Einschätzung des Bundesamts für Verfassungsschutz hat das Niveau von gegen Deutschland gerichteter Spionage, Sabotage und anderen gefährlichen Aktionen spürbar zugenommen. BfV-Präsident Sinan Selen hatte bereits erklärt, selbst gezielte Tötungsoperationen auf deutschem Boden seien nicht mehr auszuschließen.

Deutschland werde unter anderem von Russland als Gegner, teils sogar als „Feind Nummer eins“, wahrgenommen. Besonders im Fokus ausländischer Operationen stünden die Logistikbranche sowie der Rüstungs- und Technologiesektor. Russland sei dabei ein zentraler Akteur, aber nicht der einzige. Ob die nun in Bayern festgenommenen Männer in Verbindung zu Russland stehen, ist bislang nicht bestätigt.

Aus Sicherheitsbehörden hieß es zudem nach mehreren Sabotagefällen der vergangenen Monate, Deutschland stehe zwar im Fokus solcher russischen Aktivitäten. Es sei jedoch falsch, in jedem Einzelfall vorschnell russische Geheimdienste als Urheber anzunehmen.

Bereits im März weitere Festnahmen in anderem Spionagefall

Schon im März waren in einem anderen Fall zwei weitere Verdächtige festgenommen worden: eine 45-jährige Rumänin in Rheine in Nordrhein-Westfalen und ein 43-jähriger Ukrainer im spanischen Elda. Ihnen wird vorgeworfen, im Auftrag eines russischen Geheimdienstes einen Mann aus Deutschland ausgespäht zu haben, der Drohnen und passende Bauteile in die Ukraine liefert.

An den damaligen Ermittlungen waren ebenfalls das Bayerische Landeskriminalamt und das Bundesamt für Verfassungsschutz beteiligt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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