Die Suche nach dem aus dem Maßregel- beziehungsweise Strafvollzug in Niedersachsen geflohenen Mörder läuft weiter mit hohem Druck. Nach Angaben des Landeskriminalamts konnte der 42-Jährige bislang nicht gefasst werden. Die Ermittler setzen nach eigenen Angaben auf mehrere Maßnahmen, darunter auch Befragungen. Nähere Einzelheiten wurden nicht genannt. Als mögliche Aufenthaltsorte prüfen die Fahnder weiterhin Hinweise auf Peine sowie auf Kassel in Hessen.
Flucht bei begleitetem Freigang in Peine-Vöhrum
Der Mann war am Dienstagnachmittag während eines begleiteten Freigangs in Peine-Vöhrum entkommen. Am Mittwoch machten die Behörden den Fall mit einer öffentlichen Fahndung bekannt. Nach Angaben des niedersächsischen Justizministeriums hatte der Straftäter gemeinsam mit seiner Begleitperson die Wohnung seiner Mutter besucht.
Lebenslange Haft wegen Mordes an 23-jähriger Melanie
Der deutsche Staatsbürger verbüßt eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes und versuchter schwerer Vergewaltigung. Er hatte 2010 die 23-jährige Melanie aus Peine mit zahlreichen Messerstichen getötet, nachdem sie Sex mit ihm verweigert hatte. Die Tat sorgte damals weit über den Landkreis hinaus für Entsetzen.
Das Landgericht Hildesheim verurteilte den Mann 2011 wegen des Mordes an seiner Internetbekanntschaft zu lebenslanger Haft und stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Damit war eine Entlassung nach 15 Jahren praktisch nahezu ausgeschlossen. Der Täter hatte die Tat gestanden.
Flucht mit Motorrad aus einer Garage
Während des Besuchs in Vöhrum nutzte der 42-Jährige nach Behördenangaben einen Moment in einer nahegelegenen Garage, um mit einem Motorrad zu fliehen. Es handelte sich dem Ministerium zufolge um den 38. begleiteten Ausgang des Gefangenen seit September 2023. Die 37 Termine zuvor seien ohne Beanstandungen verlaufen.
Nachdem eine erste Suche erfolglos geblieben war, veröffentlichte das LKA Fotos, den Namen und eine Beschreibung des Mannes. Der Gesuchte ist etwa 1,92 Meter groß, rund 130 Kilogramm schwer und hat kurze Haare sowie einen Bart. Zum Zeitpunkt seiner Flucht trug er laut Behörden eine schwarze Motorradjacke, ein schwarzes T-Shirt mit dem Aufdruck „Metallica“, eine schwarze Cargohose und schwarze Schuhe.
Polizei warnt vor Annäherung
Die Ermittler warnen dringend davor, den Mann selbst anzusprechen oder sich ihm zu nähern. Wer ihn sieht, soll sofort den Notruf wählen und die Polizei informieren. Nach Einschätzung des LKA könnte sich der Flüchtige bevorzugt in Peine oder Kassel aufhalten. Zugleich betonen die Fahnder, dass für beide Städte derzeit keine konkrete Gefahrenlage besteht.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion