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Neue Nummer: Warum Wagner sich nicht anbiedern will

Er kam nach Augsburg und zog sofort alle Blicke auf sich - doch nur wenige Monate später war für Sandro Wagner schon wieder Schluss. Danach wurde es erstaunlich still um ihn. Jetzt meldet er sich erstmals ausführlich zu Wort.

24.04.2026, 15:44 Uhr

Fast fünf Monate nach dem Ende seines Engagements beim FC Augsburg macht Sandro Wagner deutlich, dass er sich derzeit nicht offensiv um einen neuen Job bemüht. Der 38-Jährige sagte der „Süddeutschen Zeitung“, er wolle aktuell keine besondere Aufmerksamkeit erzeugen. Er sehe sich nicht als Trainer, der öffentlich um Angebote wirbt, sondern wolle einfach bereit sein, falls sich eine passende Gelegenheit ergibt. Nach eigener Aussage hätte er längst wieder einsteigen können, wenn er das gewollt hätte. Entscheidend sei für ihn allein, ob ein Angebot wirklich passe.

Rückblick auf das kurze Kapitel in Augsburg

Im vergangenen Sommer hatte Wagner in Augsburg erstmals einen Bundesligisten als Cheftrainer übernommen. Die Erwartungen waren hoch, doch nach nur 14 Pflichtspielen war seine Amtszeit bereits beendet. Rückblickend sagte er, dass er sich zwar ein besseres Ende gewünscht hätte, die Zeit für ihn aber dennoch wertvoll gewesen sei. Die Trennung sei gemeinsam beschlossen worden und habe ihn nicht aus der Bahn geworfen.

Rückzug nach der Entlassung

Seine erste Freistellung als Trainer habe er zum Anlass genommen, einiges zu überdenken. Wagner zog sich zeitweise aus der Öffentlichkeit zurück und wechselte sogar seine Handynummer. Er meinte, diesen Schritt hätte er eigentlich schon viel früher machen sollen, weil seine Nummer praktisch im gesamten Fußball bekannt gewesen sei. Zugleich habe ihm die Pause geholfen, Abstand zu gewinnen, durchzuatmen und die vergangenen Monate in Ruhe zu analysieren.

Kein Vorwurf an den FCA

Trotz der großen medialen Aufmerksamkeit rund um seine Augsburger Zeit fühlt sich Wagner nach eigenen Worten nicht unfair behandelt. Im Fußball seien die Beteiligten privilegiert, deshalb habe er keinen Grund, sich zu beklagen. Als Trainer habe er die Verantwortung für die Resultate getragen. Negative Gefühle gegenüber dem FCA seien nicht geblieben. Stattdessen betonte er, dass er viel gelernt habe und dem Club dankbar bleibe.

Kompany als Beispiel für mehr Zurückhaltung

Als wichtige Erkenntnis aus seiner Zeit in Augsburg nannte Wagner auch den Umgang mit der eigenen Außenwirkung. Weil er ohnehin als polarisierend und meinungsstark gelte, müsse er darauf achten, dieses Image nicht noch zusätzlich zu verstärken. Er räumte ein, dass ihm einzelne Aussagen im Nachhinein zu weit gegangen seien oder nicht vollständig genug formuliert waren. Vor allem nach Spielen wolle er künftig gelassener auftreten. Dabei verwies er auf Bayern-Trainer Vincent Kompany, den er in dieser Hinsicht als Vorbild bezeichnete, weil es kaum jemand so gut verstehe, sich nicht angreifbar zu machen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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