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Signal-Angriff: Jetzt ermittelt die Bundesanwaltschaft

Seit Wochen schlagen Sicherheitsbehörden Alarm wegen tückischer Phishing-Attacken über Signal. Jetzt steht sogar ein möglicher Spionagefall im Raum – und Deutschlands oberste Strafverfolger sind eingeschaltet.

24.04.2026, 15:54 Uhr

Im Zusammenhang mit einer Phishing-Kampagne über den Messenger-Dienst Signal, die sich unter anderem gegen deutsche Politikerinnen und Politiker richtet, hat die Bundesanwaltschaft Ermittlungen wegen des Verdachts auf Spionage aufgenommen. Eine Sprecherin bestätigte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, dass Deutschlands oberste Strafverfolgungsbehörde den Fall bereits Mitte Februar übernommen hat. Zuerst hatte der „Spiegel“ darüber berichtet.

Warnung vor anhaltender Angriffswelle

Vor den laufenden Attacken hatten das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bereits im Februar öffentlich gewarnt. In der vergangenen Woche veröffentlichten die Behörden zudem einen weiteren Sicherheitshinweis mit konkreten Handlungsanweisungen zum Schutz vor den Angriffen.

Nach bisherigem Kenntnisstand sind in Deutschland zahlreiche Menschen betroffen, darunter Journalistinnen und Journalisten, Militärangehörige sowie Politikerinnen und Politiker. Nach Informationen des „Spiegel“ sollen Abgeordnete aus praktisch allen Fraktionen des Bundestags Ziel der Phishing-Angriffe geworden sein. Auch Angehörige der Nato sollen von der großangelegten Kampagne betroffen sein.

In ihrem Sicherheitshinweis gehen BfV und BSI davon aus, dass die Kampagne „wahrscheinlich durch einen staatlich gesteuerten Cyberakteur“ durchgeführt wird. Nach aktuellen Erkenntnissen ist die Angriffswelle weiterhin aktiv und gewinnt sogar an Dynamik.

Wie die Angreifer vorgehen

Nach Angaben der Behörden versenden die Täter zunächst Nachrichten über Signal, in denen die Empfänger dazu aufgefordert werden, eine PIN einzugeben oder einen Link beziehungsweise QR-Code zu öffnen. Gelingt der Angriff, erhalten die Täter Zugriff auf Adressbücher und weitere Daten der Betroffenen. Außerdem können sie sich unter falscher Identität in internen Chat-Gruppen bewegen.

Ähnliche Angriffe über Signal wurden seit Winter 2025 auch in Großbritannien und den Niederlanden registriert. Die niederländische Regierung vermutet Russland hinter der Kampagne. Zu einem möglichen Auftraggeber äußerte sich die Bundesanwaltschaft zunächst nicht.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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