Ein 33 Jahre alter Mann ist in Untersuchungshaft genommen worden, weil er vor einem Finanzamt in Niederbayern mutmaßlich zwei Holzbauten mit klaren Anspielungen auf nationalsozialistische Konzentrations- und Vernichtungslager errichtet hat.
Nach Angaben eines Sprechers der Generalstaatsanwaltschaft München besteht gegen ihn der dringende Verdacht, Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verwendet und zum Hass aufgestachelt zu haben. Die Behörde, bei der auch der zentrale Antisemitismusbeauftragte der bayerischen Justiz angesiedelt ist, bestätigte damit entsprechende Informationen der „Bild“.
Nachbau eines KZ-Torbogens vor dem Finanzamt
Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, bereits Mitte März im Eingangsbereich des Finanzamts in Eggenfelden einen etwa drei mal vier Meter großen Torbogen aus Holz aufgestellt zu haben. Dieser soll mit mehreren Hakenkreuzen sowie dem Schriftzug „Arbeit macht frei“ versehen gewesen sein. Der Satz ist vor allem durch das Tor des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz bekannt.
Wenige Wochen später weiterer Aufbau
Mitte April soll derselbe Mann am Finanzamt im Landkreis Rottal-Inn erneut eine Holzskulptur platziert haben. Nach den Ermittlungen handelte es sich dabei offenbar um die Nachbildung eines Ofens aus einem NS-Konzentrations- oder Vernichtungslager, gestaltet mit einem kaminartigen Aufbau. Auch daran sollen mehrere Hakenkreuze sowie die Aufschrift „Zyklon B, SS-kaliert“ angebracht gewesen sein.
Hintergrund offenbar Steuerschulden
Laut dem Bericht der „Bild“ soll der Mann hohe Steuerschulden haben. Demnach habe das Finanzamt die Einnahmen seiner Werbeagentur geschätzt, obwohl das Unternehmen seit Jahren keine Umsätze mehr erzielt haben soll.
Der 33-Jährige hatte zunächst eine Ersatzfreiheitsstrafe verbüßt, weil er eine Geldstrafe wegen eines Verkehrsverstoßes nicht bezahlt hatte. Wegen der Vorfälle in Eggenfelden sitzt er nun auf Grundlage eines Haftbefehls des Amtsgerichts Landshut in Untersuchungshaft.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion