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KI boomt in Firmen – doch Schulungen fehlen

KI ist in vielen Firmen längst im Einsatz – doch ausgerechnet die Teams werden oft kaum dafür geschult. Fachleute schlagen Alarm und drängen jetzt auf deutlich mehr Weiterbildung.

28.04.2026, 10:30 Uhr

Viele Unternehmen in Deutschland setzen laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag des TÜV-Verbands bereits generative KI im Arbeitsalltag ein. Bei der Schulung der Beschäftigten gibt es jedoch deutlichen Nachholbedarf. Demnach nutzen 56 Prozent der befragten Firmen Anwendungen wie ChatGPT, Gemini, Claude oder Copilot. Gleichzeitig sehen 50 Prozent einen hohen oder sehr hohen Bedarf an Weiterbildung rund um Künstliche Intelligenz. Tatsächlich haben aber nur 27 Prozent angegeben, dass ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereits entsprechende Schulungen absolviert haben.

„Künstliche Intelligenz gehört in vielen Betrieben bereits zum Alltag, doch der Aufbau von Kompetenzen kommt nicht in gleichem Tempo voran“, erklärte Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands. Wer KI sicher und effizient einsetzen wolle, müsse gezielt in die Qualifizierung der Belegschaft investieren.

Große Unternehmen sind weiter

Besonders deutlich zeigen sich Unterschiede je nach Unternehmensgröße. Große Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten greifen wesentlich häufiger auf generative KI zurück, erkennen häufiger Weiterbildungsbedarf und setzen Schulungen öfter um. 49 Prozent der Großunternehmen haben bereits KI-Fortbildungen durchgeführt.

Bei mittleren Unternehmen mit 50 bis 249 Beschäftigten liegt dieser Anteil bei 32 Prozent, bei kleineren Firmen mit 20 bis 49 Beschäftigten sogar nur bei 21 Prozent. Vor allem im Mittelstand komme der Kompetenzaufbau deshalb nur langsam voran, so Bühler. Er fordert mehr Investitionen der Unternehmen in KI-Weiterbildung sowie stärkere politische Unterstützung bei der Förderung solcher Angebote.

Weiterbildung hat hohen Stellenwert

Für die Erhebung wurden 500 Unternehmen in Deutschland mit mindestens 20 Beschäftigten befragt. Die Auswahl erfolgte laut Forsa nach einem systematischen Zufallsverfahren. Die Interviews wurden zwischen dem 26. Januar und dem 11. März telefonisch und computergestützt geführt. Befragt wurden unter anderem Weiterbildungsverantwortliche, Geschäftsführer sowie Vorstandsmitglieder. Nach Angaben von Forsa ist die Studie repräsentativ für Unternehmen dieser Größenordnung.

Grundsätzlich messen viele Firmen Weiterbildung einen hohen Stellenwert bei: 87 Prozent halten die Weiterbildung ihrer Beschäftigten für eher wichtig oder sehr wichtig. 75 Prozent sagen zudem, dass entsprechende Angebote allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern offenstehen. Eine klar formulierte und schriftlich festgehaltene Weiterbildungsstrategie gibt es allerdings nur in 29 Prozent der Unternehmen.

Bühler warnte davor, Qualifizierung in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zurückzustellen. Gerade dann böten freie Kapazitäten die Chance, Beschäftigte gezielt weiterzubilden. Wer heute in KI-, Digital- und Cyberkompetenzen investiere, könne sich morgen entscheidende Wettbewerbsvorteile sichern.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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